Legend of Tarzan Kritik

LEGEND OF TARZAN“ von David Yates (USA 2014; B: Stuart Beattie, Craig Brewer, John Collee, Adam Cozad; K: Heenry Braham; M: Rupert Gregson-Williams; 110 Minuten; Start D: 28.07.2016); der Bengel gibt keine Film-Ruhe. TARZAN: Der im Dschungel aufwuchs. Vom Autoren Edgar Rice Burroughs erfunden, erstmals in der Geschichte „Tarzan oft he Apes“ 1912 im Pulp-Magazin „All-Story“ auftauchend, ab 1914 in Buch-Form. Normalerweise damit endend, dass der Held – ernüchtert von der britischen Zivilisation – wieder in den afrikanischen Dschungel zurückkehrt. Wo die „wahren Freunde“ leben.

Das sonstige Ende steht hier für den Anfang. Ende des 19. Jahrhunderts. Zehn Jahre sind es her, dass Tarzan alias John Clayton, Lord von Greystoke (ALEXANDER SKARSGARD), den Dschungel hinter sich gelassen hat und in London mit seiner Ehefrau Jane (MARGOT ROBBIE) ein standesgemäßes, aber langweiliges viktorianisches Palast-Leben führt. Die Kolonialisierung Afrikas schreitet voran, so dass der belgische König die Briten um Hilfe bittet, ihnen bei diesbezüglichen Abwehrmaßnahmen behilflich zu sein. Und zwar durch eine legendäre Figur: Tarzan. Der ziert sich erst und lässt sich dann doch, gemeinsam mit Jane, auf das neue-alte Abenteuer „Dschungel“ und „Tiere“ ein. Es gilt, die Versklavung des kongolesischen Volkes aufzuhalten. Vor Ort aber müssen sie erfahren, in eine tückische Intrige geraten zu sein. Gegenspieler dabei: Der belgische Hauptmann Rom (CHRISTOPH WALTZ mal wieder als Erz-Bösewicht), der für seinen fiesen König Diamanten und Sklaven „besorgen“ soll und dafür dem einheimischen „Kaufmann“, Häuptling Mbonga (DJIMON HOUNSOU), die Überstellung Tarzans versprochen hat. Da sind noch Rechnungen offen. Als Jane entführt wird, erwacht in dem Gerade-Noch-Anzugträger „das animalische Tier“. Die Lianen-Jagd kann beginnen.

Tarzan, der Film. Zunächst mit einer holprig wirkenden Rückblende-Einführung, von wegen Vorgeschichten-Details, dann mit atmosphärischen Gabun-Landschaftsbildern aufwartend und dann vor allem mit andauerndem 3 D-Action-Schmackes tobend. Visuell werden moderne Computer-Tricks zelebriert, die so gelungen sind, also so phänomenal aussehen, als gäbe es die vielen „gemachten“ Dschungel-Tiere (und d e n Gorilla) wirklich. Allerdings: Der Schau-Wert ist zwar Fight-imposant, der innere Spannungswert dagegen tendiert gegen null. Weil der Film mit ziemlich flachen Figuren hantiert. Alexander Skarsgard in der einstigen Charlton Heston-Domäne, mit freiem = gestähltem = gut trainiertem Mucki-Oberkörper, kriegt keinen emotional-spannende Tarzan-Helden zustande. Während Christoph Waltz seinen diabolischen SS-Standartenführer-Hans Lada-Part aus „Inglourious Basterds“ quasi bis zur Strapaze fies fortsetzt.

„Legend of Tarzan“ bemüht sich zwar enorm, heuer politisch korrekt zu erscheinen und zu punkten, wenn etwa SAMUEL L. JACKSON als Afro-Amerikaner und lockerer Revolverheld Tarzan als Anti-Kolonialist zur Seite steht, und sich Frau Jane als moderne, pfiffige Power-Frau erweist, doch zeigt sich die ganze neue Tarzan-Chose als insgesamt viel zu flach für eine großangelegte Erweckung dieses klassischen Dschungel-Film-Bubis.

Fazit: Viel dünn-heiße Abenteuer-Luft gilt es bei diesem Tarzan-Verschnitt, besser Tarzan-Bastard, auszuhalten (= 2 ½ PÖNIs).

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