Lemming Kritik

LEMMING“ von Dominik Moll (Fr 2005; 129 Minuten; Start D: 13.07.2006); eröffnete im Vorjahr die Filmfestspiele von Cannes und ist sozusagen ein „bürgerliches Horrorstück“ (und ähnlich gestrickt wie die lustvoll-zerstörerischen Moll-/Qual-Filme eines Michael Haneke (neulich „Caché“). Südfrankreich, ein nettes, junges Ehepaar. Alain und Benedicte. Er ist Technik-Freak und Erfinder, sie kümmert sich derweil ums Haus. Sein Boss kommt mit seiner Frau Alice zum Abendessen. Alice gibt sich hochneurotisch, peinlich und durchgedreht/durchgeknallt. Und setzt auch alles daran, fortan diese kleine, friedliche Gemeinschaft von Alain und Benedicte zu nerven/kaputtzumachen. Als sie in deren Gästezimmer Selbstmord begeht, scheint ihr unseliger Geist auf die junge Ehefrau „überzuspringen“…

Unsäglicher Psycho-Blödsinn, mit Krimi-/Thriller-/Horror-Elementen, mit allerdings exzellenten Darstellern wie CHARLOTTE RAMPLING als Rumpel-Pumpel-Hexe, CHARLOTTE GAINSBOURGH als sich „merkwürdig“ verwandelnde Ehefrau. Realistisch angelegtes, aber dümmlich-unglaubwürdiges Gespenster-Szenario innerhalb der französischen Bourgeoisie. „Man muss sehr wachsam sein und darf niemals die verborgenen, zerstörerischen Sehnsüchte, den inneren Lemming, vergessen“, meint der Autor und Regisseur dieser erbärmlichen Schmonzette über den Sinn/die Absicht seines Werkes. Aaah ja bzw.: Was wohl NICHT unbedingt gesagt/gezeigt werden musste, oder? (= 2 PÖNIs).

P.S.: LEMMING, das ist übrigens ein skandinavischer Nager, dem der Mythos des kollektiven Selbstmordes anhaftet, eigentlich in Südfrankreich gar nicht „vorkommen“ sollte, hier aber – fast tot – die Küchenspüle beim (anfangs) netten Ehepaar verstopft. Merke, aaahaaa – Metapher oder so etwas (Blödes) natürlich…

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