DIE HAUT, IN DER ICH WOHNE

PÖNIs:     (2,5/5)

„DIE HAUT, IN DER ICH WOHNE“ von Pedro Almodóvar (Co-B + R; Spanien 2010; K: José Luis Alcaine; M: Alberto Iglesias; 122 Minuten; deutscher Kino-Start: 20.10.2011); schrieb der (heute) 62-jährige spanische Maestro („Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“; s. Kino-KRITIK) gemeinsam mit seinem Bruder, dem Filmproduzenten Augustín Almodóvar, basierend auf dem gleichnamigen Roman des französischen Krimi-Literaten Thierry Jonquet aus dem Jahr 1984. Dabei im Blickpunkt: ein spanischer Dr. Mabuse-Frankenstein. Dottore Robert Ledgard. Seines Zeichens plastischer Chirurg (ANTONIO BANDERAS). Oder auch Schönheitschirurg. Der hat sich, abseits der Zivilisation, in einem pompösen, abgelegenen Haus „sein Labor“ geschaffen. Um zu experimentieren. Was sich die „herkömmliche Medizin“ – noch – nicht traut und ihm verboten hat: die Schaffung einer künstlichen Haut. Die sehr viel widerstandsfähiger sein soll als die „normale“. Nachdem er Frau und Tochter qualvoll verloren hat, hat er sich in seinem Reich – über viele „Versuchskaninchen“ – seine Frau (ELENA ANAYA) buchstäblich neu erschaffen. Als ihr Ebenbild. SIE hält er in einem verschlossenen Zimmer gefangen. Beobachtet sie über Kameras. Bei ihren Yoga-Übungen. In ihrem hautfarbenen Ganzkörperanzug. Lässt sie von seiner treuen, ergebenen Haushälterin bei Abwesenheit bewachen. Bis deren Sohn auftaucht. Ein Satan mit viel krimineller Energie. Und viel Zerstörungs-Potenzial.

WIE sich das alles wann und wo und warum ereignet hat und zusammensetzt, wird in verschachtelten Rückblenden erzählt. Mit monströsen Anspielungen an den Meister Alfred Hitchcock. In begrenzter Raffinesse allerdings. Als konstruierte melodramatische Suspense. In der verkünstelten emotionalen Mixtur aus „unkonventionellem Krimi-Holzhammer“ und psychologischem Ausrasten. Ziemlich verwirrend. In ausschweifendem Bunt-Dekor. Mit „dramatischem Licht“ (Kamera: JOSÉ LUIS ALCAINE) und feiner Musik-Eleganz (von ALBERTO IGLESIAS). Als Balance zwischen grober „Comedy“ und überzogener Thrillerei. Mit viel leidenschaftlichem Almodóvar-Schauer-Programm von Mord, Selbstmord, Drogen, Sex & Variationen. Triebe, Hiebe, Liebe. Und umgekehrt. Aber beileibe – „keineswegs so aufregend“. Barocker Charme-Cineasmus mit viel Langeweile-Appeal. So was.

Der neue Almodóvar ist ein phantasievoller Nicht-Gänsehaut-Thriller (= 2 ½ PÖNIs).

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