Happening Kritik

THE HAPPENING“ von M. Night Shyamalan (B+R; USA 2007; 91 Minuten; Start D: 12.06.2008); der 37jährige indisch-stämmige amerikanische Filmregisseur, Drehbuch-Autor, Produzent und Schauspieler zählt seit Jahren zu den “Wunderkindern“ Hollywoods. Der Grund: Schon mit seinem 3. eigenen Spielfilm schaffte er es auf den “Olymp“, sowohl beim Publikum wie auch bei der Kritik: Sein 1999 gedrehter Psycho-Thriller “THE SIXTH SENSE“, mit Bruce Willis und dem damals 11jährigen Haley Joel Osment (= “Oscar“-Nominierung) in den Hauptrollen, spielte bei Produktionskosten von etwa 40 Millionen Dollar weltweit 672 Millionen Dollar ein. (Und erzielt auch heute noch per DVD gute Verkaufsergebnisse). Danach folgten: Der Horror-MysteryThriller “Unbreakable – Unzerbrechlich“ (2000/mit Bruce Willis + Samuel L. Jackson); der Science-Fiction-Thriller “Signs – Zeichen“ (2002/mit Joachim Phoenix); der Mystery-Thriller “The Village – Das Dorf“ (2004) sowie der Fantasy-Film “Das Mädchen aus dem Wasser“ (2006), sein bislang größter Flop. Mit den ersten 4 genannten Filmen aber konnte seine Produktionsfirma “Walt Disney“ Einnahmen von rund 2 Milliarden Dollar (!) verbuchen. Dauer-Thema in allen seinen Filmen: Der Glaube an das Übernatürliche; irgendwo zwischen Himmel und Erde gibt es Dinge, die “tatsächlicher“, bedrohlicher sind als alles Andere.

“The Happening“ ist eine Art Öko-Thriller. Die Menschheit hat es mit der Belastung, der Zerstörung der Natur ENDGULTIG übertrieben. Jetzt “wehrt“ bzw. jetzt schlägt NATUR zurück. Anfangs in New York. In der Umgebung vom Central Park. Wo der menschliche Überlebenswille mittenmal, ganz unvermittelt, ausgeschaltet ist. Plötzlich schmeißen sich Bauarbeiter von Hochhäusern, verüben Park-Besucher “einfach so“ Selbstmord, richtet sich der (offensichtlich willenlose) Mensch permanent selbst hin. Und DAS setzt sich in den Metropolen fort. Sind Terroristen am Werk? Haben fehlgeschlagene militärische Experimente DAFUR gesorgt? Ist ein Atomkraftwerk leck? Werden unbekannte biochemische Waffen “getestet“? Handelt es sich um einen sich schnell verbreitenden unbekannten Virus? Was ist los? Wer ist dafür verantwortlich?

Die sog. Experten sind ratlos, die Menschen geraten mehr und mehr in Panik, bis dann zumindest feststeht: Der WIND überträgt dieses “Gift“ IN DIE MENSCHEN, lässt es sie tödlich einatmen. Offensichtlich haben sich Pflanzen, Gräser und Bäume “zusammengetan“, um sich mit allen Mitteln GEGEN den (für sie) bedrohlichen Menschen entgegenzustemmen. Der Film erzählt von einer Lehrer- Familie “auf der Flucht“. Elliot und Alma Moore haben die kleine Tochter einer befreundeten Familie bei sich. Ihr Weg über bzw. durch das Land wird zum Alptraum und Erklärungsversuch für das Unbegreifliche. Sie können überleben, denn “das Phänomen“, “der Spuk“, ist dann genauso schnell vorbei wie ES gekommen ist. Man kehrt in die Zivilisation zurück, um weiterzuleben. Auch so wie bisher weiterzumachen??? Währenddessen, so die Abschiedsbilder des Films, zeigen sich in einem Park in Paris die ersten ähnlichen Symptome; das gute alte Europa also auch.

Der Film will Kopf UND Bauch attackieren: Hier die Warnung an die Menschheit, der Natur viel zu viel Schaden zugefügt zu haben, auf dass SIE sich jetzt zu wehren versteht; dort der viel zu bemühte, konstruierte, wenig aufregende Versuch, “dazu“ auch einen unterhaltsamen Spannungsfilm zu entwickeln. “The Happening“ fehlt die Kraft, sowohl intellektuell wie entertainmässig. Er schlingert – auch musikalisch – angestrengt, aber wirkungslos dahin. Vom schlimmen menschlichen Umgang mit der Natur und ihre Folgen…, das haben andere Filme schon sehr viel aufregender, eindringlicher sowie spannender zuletzt abgehandelt (z.B. “Unsere Erde“, aber auch der Blockbuster “I Am Legend“ und der Animations-Gigant “Happy Feet“). Die BOTSCHAFT höre ich wohl, aber so lau, so herum-eiernd, bleibt sie träge, bemüht, wohlwollend, alibihaft. Während die Personen-hier identitätslos sind, bleiben und agieren; das Interesse an ihnen ist äußerst begrenzt, bleibt eher uninteressant.

MARK WAHLBERG (zuletzt in “Shooter“ + “Departed – Unter Feinden“ von Scorsese) und ZOOEY DESCHANEL besitzen wenig Anziehungskraft und Nähe; vermitteln kaum Neugier, Sympathie, tiefere Gefühle; besitzen zu wenig Glaubwürdigkeit und dafür zuviel Beliebigkeit. Einer dieser AHA-Filme, mit guter Absicht, aber viel zu substanzlos als emotionale wie ökologische Kritik-KINO-Keule. Respekt alleine ist nicht allzu abendfüllend-unterhaltsam (= wg. guter Themen-Absicht 3 PÖNIs).

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