Halte still, stirb, erwache Kritik

In den letzten zwei Jahren kamen, dank Perestroika, erstärkt, neue sowjetische Filme ins Programm, die zumeist sehr kritisch, sehr düster die realistischen Verhältnisse im Herstellungsland beschrieben. Auch 1991
ist das so. Neuestes und erstes Beispiel:
HALTE STILL, STIRB, ERWACHE“ von Vitali Kanewski (B+R; Sowjetunion 1989; 105 Minuten; Start D: 26.09.1990).

Der heute 50jährige Regisseur beschreibt ein schlimmes Kindheitsschicksal, sein eigenes. Es beginnt 1947 in Sibirien, in einer Welt, die außen wie innen wie ein Gefängnis wirkt. Die Menschen hungern und erfrieren, alles verkommt. Der Stalinismus und seine Gewaltherrschaft modert grausam vor sich hin. Trotzdem versuchen zwei Kinder das Beste daraus zu machen. Ihre Spiele sind Überlebenspiele, ihre Träume nur Hoffnung. Die Gitterstäbe, die sie umgeben, nehmen sie nicht wahr. Je schlimmer es wird, je mehr lachen sie. Viel Wut und Mut steckt in “Halte still, stirb, erwache“ von Vitali Kanewski.
Und viel kompromisslose, schmerzhafte, nervöse Erzählkunst. Wir müssen uns hierzulande erst wieder an diesen ‚Wahnsinn‘ gewöhnen.

“Halte still, stirb, erwache“ wurde im Vorjahr in Cannes auf dem Festival entdeckt und erhielt den Preis für den „besten Erstlingsfilm“ (= 4 PÖNIs).

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