DIE GLORREICHEN SIEBEN

DIE GLORREICHEN SIEBEN“ von Antoine Fuqua (USA 2015; B: Nic Pizzolatto, Richard Wenk; nach dem Film „Die sieben Samurai“ von Akira Kurosawa/1954; K: Mauro Fiore; M: James Horner, Simon Franglen; 133 Minuten; Start D: 22.09.2016); am Anfang steht der einst teuerste japanische Film aller Zeiten. Über 3000 Mitwirkende und ein Jahr Drehzeit verschlangen rund 20 Millionen Yen. Die Originallänge für „DIE SIEBEN SAMURAI“ von Akira Kurosawa aus dem Jahr 1954 betrug 207 Minuten. Thema: Sieben Samurai helfen Bauern eines kleinen Dorfes gegen plündernde Banditen. Hollywood adaptierte den Stoff 1960 für den Western „DIE GLORREICHEN SIEBEN“ von John Sturges. Unvergesslich in den Rollen: Yul Brynner, Steve McQueen, Charles Bronson, HORST BUCHHOLZ, Robert Vaughn, Brad Dexter und James Coburn. Was für ein Klassiker!

ANTOINE FUQUA, Jahrgang 1966, ist ein populärer Regisseur für Musik-Videos, Werbespots und Genre-Spielfilme (wie „Training Day“; „Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest“ oder „Olympus Has Fallen – Die Welt in Gefahr“; zuletzt schuf er den ausgezeichneten Boxer-Film „Southpaw“/s. Kino-KRITIK). Für seinen neuesten Film stellt sich die Frage, was zur Hölle ist nur in Hollywood los? Fällt euch risikolosen Losern von Produzenten nichts Besseres mehr ein, als andauernd an populären alten Filme herum zu plündern, auf schlechte Remakes von Klassikern zu setzen? Erst „Independence Days 2“, dann „Ben Hur 2“ und jetzt „Die glorreichen Sieben 3“, um nur einige zu nennen: Alle und alles murks.

Der Wilde Westen von 1879. Die kleine Stadt Rose Creek. Ein mächtiger Kapitalisten-Buana (PETER SARSGAARD) ist auf das Land der Farmer gierig, weil dort nach Gold in der Erde gegraben werden soll. Also drangsaliert er die Einwohner. Drängt sie zum Verkauf und Verschwinden von hier. Als der Unternehmer Bartholomew Bogue als Beweis für seine fiese „Handhabung“ einige Einwohner tötet, engagiert die Witwe eines Ermordeten (HALEY BENNETT) mit den letzten Ersparnissen den schwarzen Kopfgeldjäger Sam Chisolm (DENZEL WASHINGTON), ihr beziehungsweise dem Dorf zu helfen. Sam schart weitere „kunterbunte“ Outlaws um sich und macht sich mit denen zusammen an die Vorbereitungen für die bevorstehende heiße Duell-Aufgabe.

Wer versammelt sich denn hier bei diesem ethnisch korrekten 08/15-Nachmacher: Neben genanntem Anführer ein listigere Pokerspieler (CHRIS PRATT); ein traumatisierter Ex-Südstaaten-Soldat (ETHAN HAWKE) mit seinem asiatischen Partner und geschickten Wurfmesser-Benutzer (BYUNG-hun LEE); ein mexikanischer Desperado (MANUEL GARCIA-RULFO); ein gottesfürchtiger Trapper (witzig: VINCENT d’ONOFRIO) sowie ein Indianer auf Kriegspfad (MARTIN SENSMEIER). Das volle Gesellschaftsprogramm: ein Schwarzer, eine Rothaut, ein Asiate, ein Mexikaner, ein Angsthase, ein Dicker, ein Alkoholiker. Erst wird sich gefunden, dann einiges feucht-fröhlich besprochen, dann geht es ab ins Dorf. Wo „Training“ für gutwillige Mitkämpfer angesagt ist. Noch ein wenig Verbrüderung mit Einheimischen, klärende coole Suff-Gespräche untereinander, einige „technische“ Fallen-Vorbereitungen für die anreitende Überzahl der Angreifer, dann wird geballert, was die Waffen hergeben. Viele, also fast alle Bösewichte werden erschossen. Schließlich stehen sich die beiden Häuptlinge zum letzten Fight gegenüber. In der Kirche. Halleluja.

Macht Spaß? Nö. Die Schauspieler = Pures Bedienungspersonal. Die Typen = demzufolge egal; keine Figuren- oder gar Charakter-Nähe vorhanden. Die Story = Müde bekannt. Überhaupt das Ensemble = Weitgehend uninteressant. Die Musik = Sich an Morricone nachahmend anlehnend. 95 Millionen Herstellungsdollar in den Sand gesetzt (= 2 PÖNIs).