For Queen and Country Kritik

England ist immer noch eins der stärksten europäischen Filmländer. Anders als beispielsweise bei uns werden dort immer wieder brisante, aktuelle Alltagsthemen knallhart angepackt. Neuestes Beispiel dafür ist „FOR QUEEN AND COUNTRY“ von Martin Stellman (B+R; GB/USA 1988; 105 Minuten; Start D: 03.05.1989).

Darin geht es um einen jungen Schwarzen, der nach langem Soldatendasein in Nordirland und auf den Falklands nach Hause, nach London zurückkehrt. Wo er nicht sehr freundlich begrüßt wird. Ruben muss ernüchtert und entsetzt feststellen, wie sich die Verhältnisse verschlechtert haben. Die Kluft zwischen arm und reich ist noch größer geworden, überall Arbeitslosigkeit, Bitternis und viel Misstrauen und Wut. Gangs formieren sich genauso wie die Polizei. Aufruhr und Aggressionen sind an der Tagesordnung. Ruben, der seine Ruhe haben und ein normales Leben führen möchte, sieht sich bald von allen Seiten attackiert. Und als die Gewalt endgültig eskaliert, gerät er vollends zwischen alle Fronten.

“For Queen and Country“ ist ein hochinteressanter, packender Polit-Thriller, bei dem der Titel schon die zynische Botschaft ist. Dabei schlägt de Co-Autor und Regisseur Martin Steliman nicht blindwütig um sich, sondern beschreibt mit den Mitteln des Genre-, des Spannungskinos das trübe Alltagsgeschehen im heutigen Thatcher-England. “For Queen and Country“ ist eine exzellente cineastische Frechheit von Krimi und Tatsachen. Mit DENZEL WASHINGTON in der Hauptrolle (= 4 PÖNIs).