FLUTSCH UND WEG

PÖNIs:      (3,5/5)

„FLUTSCH UND WEG“ von David Bowers und Sam Fell (GB/USA 2006; B: Sam Fell, Peter Lord, Dick Clement, Ian La Frenais, Chris Lloyd, Joe Keenan, William Davies; K: Brad Blackbourn, Frank Passingham; M: Harry Gregson-Williams; 85 Minuten; deutscher Kino-Start: 07.12.2006); entstand als Co-Produktion GB/USA und bedeutet die Zusammenarbeit zwischen dem Trick-Haus „Aardman Animations“ aus dem britischen Bristol und der amerikanischen Animationsstätte „DreamWorks“. Während sich „Aardman“ bislang mit den Knetfiguren um WALLACE & GROMIT profitabel hervorgetan hat (diverse „Oscar“-prämierte Kurzfilme sowie mit dem vorjährigen „Oscar“-Langfilm „Wallace & Gromit: Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen“; davor aber auch sehr erfolgreich mit dem allerersten abendfüllenden Spielfilm „Chicken Run – Hennen rennen“ von 2002), setzten die Amis z.B. mit und um „Shrek“ gigantische Erfolgs-Animationsspuren.

Nun also die erste gemeinsame Computer-Trickserei: Im Londoner Nobelviertel Kensington residiert, vornehm wie allein, die High-Society-Maus Roddy im goldenen Käfig. Mit zwei Goldhamstern als Verwöhn-Butler. Sowie ohne jegliche Ahnung/Vorstellung, was in der „eigentlichen Welt“ DRAUßEN vor sich geht. Als aber die Hausbesitzer in Urlaub fahren, klettert eine vulgäre Kanalratte aus dem Ausguss, müllt in Rekordzeit die feudale Stätte zu, okkupiert Roddys TV-Sessel, um die laufende Fußball-WM zu sehen (mit dann dem Endspiel England-Deutschland, was dramatische wie entscheidende Folgen haben wird) und vertreibt schließlich die privilegierte Maus per Klospülung aus dem Paradies. Plötzlich findet sich der versnobte Nager in der Kanalisation wieder, wo das Tohuwabohu herrscht, „Unterschichten“ wie GEFÄHRLICHE BLUTEGEL und SINGENDE NACKTSCHNECKEN komisch herumwuseln und eine hinterhältige Mafiosi-KRÖTE („Le Frog“), einst das Lieblingshaustier von Prinz Charles, und deren „etwas zurückgebliebene“ Ninja-Schergen ihr kriminelles Unwesen treiben.

Doch mit der flippigen Rattendame Rita an seiner Seite, Spross einer kinderreichen Arbeiterfamilie, macht sich Roddy wieder auf den beschwerlichen „Weg nach oben“. Findet dabei, nach rasanten, abenteuerlichen Verfolgungsjagden, Werte wie Freundschaft, Family, Liebe. Das ist, thematisch zumindest, keineswegs neu, wurde aber drollig-witzig, flott und mit vielen herrlichen popkulturellen Anspielungen (auf Englands ewiges Fußballtrauma z.B. oder auf „französische Ess-Lebensart“ aus verachtenswerter Briten-Sicht oder auf die „nette“ PIXAR-Konkurrenz à la „Findet Nemo“ oder… oder… oder…) phantasievoll-krimi-spannend umgesetzt.

Natürlich fehlt hier der Charme der bewährten Knetmasse, aber auch in dieser Computer-Show stecken viele pointierte Tricks & Gags, dominiert der schöne, hintergründige Blödsinn. Während im Original die Promi-Stimmen von Hugh Jackman, Kate Winslet, Ian McKellen und Jean Reno in den Führungsfiguren zu hören sind, wurden bei uns Ralf Bauer, Jessica Schwarz, Bert Franzke und Frank-Otto Schenk „entsprechend“ stimmlich besetzt (= 3 ½ PÖNIs).

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