Florence Foster Jenkins Story Kritik

DIE FLORENCE FOSTER JENKINS-STORY“ von Ralf Pleger (B + R; D 2015; K: Christoph Valentien; 93 Minuten; Start D: 10.11.2016); im Vorjahr, Ende Oktober, tauchte sie das erste Mal auf der hiesigen Leinwand auf – in dem französischen Spielfilm „Madame Marguerite oder die Kunst der schiefen Töne“ (s. Kino-KRITIK). Die Frau mit dem außerordentlichen schlechten Gesang, FLORENCE FOSTER JENKINS (1868 – 1944), die dennoch – am 25. Oktober 1944 – in der legendären New Yorker CARNEGIE HALL auftrat und dabei alle Verkaufsrekorde brach.

Bevor am 24. November 1916 das US-Remake „Florence Foster Jenkins“ von Stephen Frears hierzulande in die Kinos kommt, mit Meryl Streep in der Titelrolle, erscheint, sozusagen als Ouvertüre, jetzt dieser Film, „in einer flamboyanten Mischung aus Drama und Dokumentarfilm“ (Presseheft). Also in einer Mixtur aus Spielfilmsequenzen und Dokumentarmaterial.

Und in der Tat: Ein süffisanter, köstlicher Einstieg in diese Florence Foster Jenkins-Kino-Wochen ist dieser überzeugende Film über eine der ungewöhnlichsten Künstlerinnen in der klassischen Musikgeschichte. Dabei schlüpft die berühmte amerikanische Star-Opernsängerin und Mezzosopranistin JOYCE DiDONATO in die Rolle dieser exzentrischen „Königin der Dissonanzen“, um sie lust- wie respektvoll wiederzugeben. Gemischt mit hochspannenden Archivfunden und Experten-Meinungen ergibt sich das Bild einer in jeder (auch modischen) Hinsicht „speziellen“ Lady. Die mit ihren „selbstverständlichen“ desaströsen Gesangsdarbietungen ihr Publikum zum Toben brachte.

Der Film „Die Florence Foster Jenkins Story“ von Ralf Pleger, einem Berliner Filmemacher, erinnert in etwa auch an den schlechtesten Filmemacher aller Zeiten, an Ed WOOD, der wegen seiner „grausam schlechten Filme“ heute ebenfalls Kultstatus genießt.

Jedenfalls ist dieses erste Florence Foster Jenkins-Werk dieser Tage eine schöne filmische Vorspeise und exzellente Information im Hinblick auf das „große Kino“, wenn in zwei Wochen die überragende Meryl Streep als Florence Foster Jenkins die Leinwand zum Bersten bringen wird (= 4 PÖNIs).