Fast verheiratet Kritik


FAST VERHEIRATET“ von Nicholas Stoller (Co-B+R; USA 2011; 124 Minuten; Start D: 12.07.2012); ja, ja, da haben sich zwei nette Leutchen gefunden und planen glücklich ihre Vermählung. In San Francisco: Gourmet-Koch Tom (JASON SEGEL) und die angehenden Wissenschaftlerin Violet (EMILY BLUNT). Nach einem Jahr Zusammensein wird die volle Harmonie durch Ring und Kuss bestätigt. Auf baldige Hochzeit. Das Happy End am Anfang. Klar, dies kann nicht so weiter gehen, schließlich befinden wir uns doch gerade erst ein paar Minuten im Kino. Da muss noch „was kommen“. Richtig. Denn bis zum Traualtar „schaffen“ es die Beiden nur versuchsweise, aber nie „richtig“.

Von den Stolpersteinen dorthin erzählt dieser langweilige Streifen. DEN man im Fernsehen demnächst gerne schon mal „runternudeln“ lässt, DER aber im Kino seltsam spröde wirkt. Denn als Tom & Violet sich „auf die Wanderschaft“ in Richtung Norden der USA, ins kalte Michigan, begeben, weil SIE dort eine lukrative Stelle an der Universität angeboten bekommt hat, beginnen die geographischen wie emotionalen Komplikationen. Er darf fortan unterfordert Hamburger braten und führt ein tristes Hausmanns-Dasein, mit bald Bauch und Rauschebart, sie fühlt sich von den Schwärmereien ihres Professors (der derzeit vielbeschäftigte Waliser RHYS IFANS, gerade ja auch in „The Amazing Spider-Man“ kino-aktiv) geschmeichelt. Kurzum: Es kriselt im Verliebten-Hause. Während woanders, bei den Figuren auf den Nebenschauplätzen, also bei Toms bestem Freund (und eigentlichem Ehemuffel) Alex und Violets Schwester Suzie, längst das Ehe-Glück „brennt“, einschließlich Nachwuchs. Natürlich auch dort mit deftig-heftigen Ab-und-Zu-Kabbeleien, was unsere Helden immer misstrauischer werden lässt. Von wegen – bringt Heiraten wirklich das erhoffte große partnerschaftliche Ewig-Glück?

Drum prüfe wer sich bindet (ob sich nicht was Besseres findet)…, ach das ist doch ein Komödien-Schnulli von belanglosem Beziehungskino. Mit weder Fisch und auch ohne Fleisch. Dahinläppernd. Auch, weil sich in den beiden Hauptakteuren kein überzeugendes Identifizierungspersonal befindet: Der 31jährige Jason Segel, der neulich schon im neuen „Muppets“-Movie für ein jämmerliches Drehbuch sorgte und blöd mitspielte, hat auch hier am Drehbuch mitgewirkt und tritt wie ein dickes doofes Ami-Alpha-Kerlchen von der 08/15-Hollywoodstange auf. Marke großer naiver Teddybär: Bisschen nett, bisschen drollig, insgesamt aber lahm-nullig. Und doof anzusehen. Wie anzuhören. Sie, Emily Blunt (2006 die agile Meryl Streep-Sekretärin aus „Der Teufel trägt Prada“), ist derzeit immer noch auf dem Karriere-Sprung, war kürzlich das (oder die) Spusi von Ewan McGregor beim „Lachsfischen im Jemen“ und mimt hier freundlich wie uninspiriert die trullige Charme-Begehrte. Mit einigen Starkstrom-Gefühlswallungen.

Regisseur Nicholas Stoller, 35, traf vor einiger Zeit mit „Nie wieder Sex mit der Ex“ (2008) einen ganz witzigen Unterhaltungslevel, diesmal verpuffen seine merkbaren Bemühungen um tiefersinnigen Slapstick-Brodel. Oder so was (= 2 PÖNIs).