Epic – Verborgenes Königreich Kritik


EPIC – VERBORGENES KÖNIGREICH“ von Chris Wedge (USA 2012; B: Tom J. Astle, Matt Ember; M: Danny Elfman; 102 Minuten; Start D: 16.05.2013); die „Blue Sky Studios“ der „20th Century Fox“ in Greenwich, Connecticut, haben sich neben „Disney-PIXAR“ („Merida“, „Wall-E“) und „DreamWorks“ (zuletzt „Die Croods“) zu einem führen US-Animationsunternehmen entwickelt. Die „Ice Age“-Hits kamen ebenso von dort wie 2011 der hübsche Papageien-Jux „Rio“. Für das neue gelungene „Zeichen-Abenteuer“ stand der amerikanische Kinderbuch-Autor WILLIAM JOYCE, 55, Pate. Vom diesjährigen „Oscar“-Preisträger (gemeinsam mit Brandon Oldenburg für den animierten Kurzfilm „The Fantastic Flying Book of Mr. Morris Lessmore“) wurde neulich ja schon sein Werk „Hüter des Lichts“ filmisch beeindruckend adaptiert, hier nun war es sein 1996 herausgekommener Roman „The Leaf Men and the Brave Good Bugs“, der das Team um CHRIS WEDGE motivierte. Der 1957 in Binghamton, New York geborene Wedge, 1998 „Oscar“-Preisträger für den Kurzfilm „Bunny“, war als Drehbuch-Autor und Regisseur für den Animationshit „Ice Age“ (2002) sowie 2005 für „Robots“ verantwortlich. Hier nun blickt er in einem Waldstück nach unten. „Ganz“ nach unten. Also unterhalb der Blätter, Sträucher, Pflanzen. Wo ebenfalls „Leben“ tobt. Jedenfalls ist davon der schrullige Professor Bomba überzeugt, der mit seinem dreibeinigen (und ebenso „schrulligen“) Mops sich hierher zurückgezogen hat, um genau DIES zu beweisen. Die noch unentdeckte Existenz von lebenden Winzlingen „am Boden“. Und natürlich gibt es sie wirklich, denn als seine 17jährige Tochter Mary Katherine, genannt „MK“ (mit der Stimme von JOSEFINE PREUß), auftaucht, kommt ausgerechnet SIE mit DENEN in Kontakt. In aufmüpfige Berührung. Als sie nämlich geschrumpft wird. Ist. Erlebt MK das Volk um die netten, gutherzigen Leafmen mit ihrer Königin Tara, die sich den wütenden Attacken der finsteren Mandrake vom Volk der Boggans ausgesetzt sehen. Dabei spielt eine Knospe eine wichtige Rolle, deren richtiger Einsatz über Weh und Ach letztlich entscheidet. Ausgerechnet MK „bekommt“ diese kostbare Knospe und mischt nun kräftig mit, damit der kleine Kosmos hier nicht kaputt geht.

Hört sich vielleicht „trocken“ oder „üblich“ an, ist aber alles andere als das. Denken Sie an „Avatar“ und sie sind auf der faszinierenden 3 D – Optik- und lockeren Abenteuer-Strecke. Und vielleicht auch an das französische Doku-Meisterwerk „Mikrokosmos – Das Volk der Gräser“ (1996), indem „tatsächliches“ Natur-Leben „dort unten“ auf einzigartige Weise nachgewiesen, nachempfunden wurde. „Epic“ ist einfach wunderschön verblüffend. Zauberhaft. Pointiert komisch. In und mit diesen originellen, „taffen“ Figuren. Um den aufrechten Kämpfer Ronin. Der sich mit seinen urigen, tollpatschigen Schnecken-Helfern Mub und Grub tapfer wie ulkig ins Getümmel schmeißt. Wo jede Blüte ein Eigendasein führt. Sich jede Pusteblume und jede Eichel „bewegt“. Und „Viecher“ wie die Raupe Nim Galuu (im Original: “Aerosmith“-Frontmann Steven Tyler, bei uns REINER SCHÖNE) sowie eine ganz und gar nicht liebe „kleine“ Maus sowie Raben und Fledermäuse für grobe Komische zuständig sind. Als Gehilfen für ihren schurkischen Herrn und Gebieter Mandrake. Übrigens – DER wird in beiden Versionen fein-geschliffen vom „Oscar“-Hero CHRISTOPH WALTZ („Django Unchained“) gesprochen.

In „Epic“ gibt es viel zum tollen Staunen, Amüsieren, Fantasyspaß – haben. Besonders mit diesen urigen, vorlauten beiden „Knuddelplapperschnecken“ – Nacktschnecke Mub und Weinbergschnecke Grup -, für die bei uns OLIVER KALKOFE und OLIVER WELKE die flotten Sprachtöne ironisch-kess beisteuern. Und wenn sich schließlich sogar ein weiser Feierabend-Schamane als hauptberuflicher Partylöwe outet, kocht die witzige Family-Entertainment-Stimmung hoch. Was immer hier geschieht, sich prächtig anschauen lässt, in diesmal formidablem, also „entzückendem“ 3 D, ist einfallsreich, charmant, zauberhaft. Bereitet sanftes wie pralles Vergnügen. Ist ein lustiger Unterhaltungshochgenuss (= 4 PÖNIs).