ENZO UND DIE WUNDERSAME WELT DER MENSCHEN

PÖNIs:      (4/5)

„ENZO UND DIE WUNDERSAME WELT DER MENSCHEN“ von Simon Curtis (USA 2018; B: Mark Bomback; nach dem Roman „The Art of Racing in the Rain“ von Garth Stein/2008; K: Ross Emery; M: Dustin O’Halloran, Volker Bertelmann; 109 Minuten; deutscher Kino-Start: 03.10.2019); dass er, der Golden Retriever, so heißt, verdankt er Herrchen Denny (MILO VENTIMIGLIA), einem Rennfahrer, der ihn nach Ferrari-Gründer Enzo nennt.

Wir müssen uns das so vorstellen: Wir hören einen Hund. Sprechen. Aus dem Off. Im Original von KEVIN COSTNER; auf Deutsch von dessen Dauerstimme FRANK GLAUBRECHT. Der Clou: ENZO ist klug. Vermag zu denken. Zusammenhänge zu interpretieren. Bekommt dadurch menschliche Züge. Aber: dies nur zu uns. Zuschauer. Zuhörer. Seinen Film-Menschen-gegenüber vermag er sich „nur“ „so zu geben“ wie eben ein Hund. Als Lebensbegleiter. Von Denny. In Seattle. Man wird ein untrennbares Paar. Als Eve (AMANDA SEYFRIED) in das Leben der beiden „einrückt“, wird Enzo auch ihr Hund. Schließlich kommt Zoe zur Welt, und die Familie ist komplett: Ihre Lebensgeschichte kriegt Fahrt. Natürlich: mit viel emotionalem Schwung. Viel will ich nicht verraten, aber „Die Kunst, im Regen zu fahren“, so der übersetzte Originaltitel, taucht schließlich in eine menschliche „Hachiko“-Atmosphäre ein („Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft“/s. Kino-KRITIK), bei der das Vorhandensein von Taschentüchern von Vorteil ist. Dabei steuert Regisseur Simon Curtis, hierzulande bekannt durch seine Erwachsenen-Filme „My Week with Marilyn“ (s. Kino-KRITIK) und „Die Frau in Gold“ (s. Kino-KRITIK), seine Dramödie nicht triefend voran, sondern durchaus mit Bedacht und feinen Empfindungen. Wobei natürlich „die Süße“ des Tieres enorm mitspielt. Und mal wieder die Schwiegereltern, hier mehr: der garstige Schwiegervater (MARTIN DONOVAN), für reichlich „Pfui“ sorgen.

Ein Hund, der die Menschen begreift, mehr als sie ihn, und der sich besonders wohl an der Rennstrecke fühlt, wo er mitbekommt: „Der Wagen geht dorthin, wo das Auge hinschaut“. Beziehungsweise: „Kein Rennen wurde je in der ersten Kurve gewonnen, aber viele verloren“. Am Ende darf Enzo neben Herrchen auf dem Beifahrersitz Platz nehmen, mit flatternden Ohren und mit der Schnauze im Wind die Kurven genießend: zwei echte Kerle, ganz unter sich.

Und da ist ja noch diese TV-Dokumentation. Über die Mongolei. Die Enzo einmal gesehen hat. Dort ist es Volksglaube, dass manche Hunde nach ihrem Ableben nicht einfach für immer und ewig verschwinden, sondern als Mensch wiedergeboren werden. Samt Erinnerungen. „ENZO“ ist tierisch Liebe-voll (= 4 PÖNIs).

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