Elektrolähmung

ELEKTROLÄHMUNG“ von Bernward Wember (B+R; D 1988; 113 Minuten; Start D: 19.10.1989).

Die ökologische Situation in Deutschland und andernorts ist unerträglich. Was tun, wenn nicht davonlaufen?
Bernward Wember hat einen Film gedreht. “Elektrolähmung“ heißt er und lässt sich schwer zuordnen. Die Rahmenhandlung ist die eines Spielfilmes: Ein Rechtsanwaltsbüro bestehend aus zwei Männlein und zwei Weiblein wird eine Videokassette übergeben. Das Video ist der eigentliche Film. Die vier Rechtsanwälte und also auch der Zuschauer sehen sich nun das Video unter dem Aspekt an: Ist das kriminell oder unterstützenswert? Konkret sieht das folgendermaßen aus:
Eva Mattes sitzt in schwarzem Kleid in einem leeren, weißen Zimmer und lamentiert vor sich hin.

Sie redet von Bonzen und Mollies, von Stade und Wackersdorf und hat lauter Sprüche drauf, die uns auch schon mal aktueller vorkamen, wie z.B.: ‘Was muss eigentlich noch passieren, damit endlich mal etwas passiert? Wer sich in diesen Ausschnitten nicht an der Sprache stört, wird mindestens Probleme mit den Bildern haben, da geschieht nämlich genaugenommen nichts. Denn besonders aufregend ist es nicht Eva Mattes minutenlang dabei zu betrachten, wie sie eine Pistole streichelt.
Durchbrochen wird das Video dann immer wieder von den vier aufgebrachten Anwälten, die ihrerseits ewig Sprüche deklarieren oder Betroffenheit simulieren.
Schauspielerisch, optisch und handwerklich ist “Elektrolähmung“ der wahre Graus.

Lustig und satirisch soll‘s werden, wenn Jörg Hube, hierzulande bekannter Kabarettist, durch das Bild hüpft und ebenfalls Geistesblitze zur Situation beisteuert. Schließlich und endlich aber hat Eva Mattes einen Plan und der ist dann auch gar nicht so schlecht.
Rolltreppen nämlich, so Frau Mattes, sind Einstiegsdrogen, also:
Stellen wir sie doch einfach ab. Das wird dann auch mit vielen Aufklebern und guten Argumenten bekräftigt. Warum nicht, laufen hält fit!
Aber bitte sehr, Herr Wember, hätte es statt “Elektrolähmung“ nicht genauso gut ein Flugblatt sein können (= ½ PÖNI)?