Ein verlockendes Spiel Kritik

EIN VERLOCKENDES SPIEL“ von und mit GEORGE CLOONEY (USA 2007; 114 Minuten; Start D: 05.06.2008); das ist – nach “Geständnisse – Confessions Of A Dangerous Mind“ (2002) und “Good Night, and Good Luck“ (2005) – der 3. und bislang kommerziellste Regie-Film des 47jährigen Schauspielers und “Oscar“-Preisträgers (“Syriana“/2006). Der ist zwar im Amerika des Jahres 1925 angesiedelt, hat aber durchaus auch ein aktuelles Themen-Motiv: WIE DER SPORT SEINE UNSCHULD VERLOR.

College-Football ist in jenen Tagen in den USA mächtig populär. Mit landesweit gefeierten Stars und imposanten Zuschauerkulissen. Der Profi-Football dagegen steckt noch in den Kinderschuhen, trampelt auf schlammigen Wiesen vor einem überschaubaren Publikum herum, ganz nah an den Kühen auf den Nachbarwiesen. Jimmy Connelly ist ein altgedienter Kapitän einer solchen Profi-Footballmannschaft. Die setzt sich aus ehemaligen Minenarbeitern und Veteranen des Ersten Weltkriegs zusammen. Als der Sponsor des Teams den Vertrag kündigt, engagiert Connelly (Clooney himself) den aufstrebenden Collegestar und Kriegshelden Carter Rutherford (John Krasinski), um sein Team vor der Auflösung zu retten. Der Plan geht auf. Dank der ungeheuren Popularität des “neuen Heros“ füllen sich jetzt auch bei den Profis die Zuschauerränge. Doch dann, natürlich, ziehen erste Wolken auf. Mit daran schuld ist die schlagfertige Reporterin Lexie Littleton (“Oscar“-Preisträgerin RENEE ZELLWEGER/“Unterwegs nach Cold Mountain“/2004) die ihre eigenen (Karriere-) Interessen verfolgt. Auf der einen Seite der “komische“ Sport. Der hier kaum interessiert. Dessen Regeln hier wenig bekannt sind. (Und auch die Schluss-Pointe musste mir erst ein “diesbezüglicher“ Fachmann RICHTIG erläutern). Der aber NICHT einen SOLCHEN breiten Raum einnimmt, dass er bzw. es langweilt.

Ganz im Gegenteil, urige Typen bedeuten einige vielversprechende Nebendarsteller-Kracher. Während der Hauptaugenmerk natürlich dieser wunderbaren – siehe auch den doppelbödigen Titel – ROMANZE zwischen Clooney & Zellweger gehört. WIE die sich “piksen“, WIE die fein-pointiert miteinander umgehen, spielen, spotten, das erinnert doch stark an d a s Liebespaar des Kinos überhaupt von einst: Humphrey Bogart & Lauren Bacall (“To Have And Have Not“). Es knistert und funkelt prächtig zwischen den Beiden, wenn sie sich nur- begegnen, wenn sie sich ansehen, wenn sie sich unterhalten, wenn sie sich kurz berühren. DAS HAT WAS, “das gewisse Etwas“, was nicht zu erspielen, sondern intuitiv vorhanden ist.

Es ist ein prächtiges Vergnügen, es besitzt viel feinen Lässig-Charme, diese gut gelaunten und prächtig aufeinander abgestimmten Beiden zu erleben. Dazu die lakonische Kritik-Botschaft: Überall dort, wo das große Geschäft, das Big Business, die Fäden zu ziehen beginnt, egal ob beim Sport oder beim Journalismus, ob bei der Kunst oder der Liebe, ist es mit dem Spaß und der Freiheit vorbei. Dazu Football-Szenen mit komödiantischem Augenzwinkern, mit viel choreographischem Slapstick-Dampf; dazu dieser atmosphärische, an den Klassiker “Der Clou“ erinnernde süffisante RANDY-NEWMAN-Soundtrack; ein wirklich verlockendes, ein rundum prima- gelungenes, überzeugendes Unterhaltungsspiel aus Hollywood (= 4 PÖNIs).