Ein Sommer in der Provence Kritik

EIN SOMMER IN DER PROVENCE“ von Rose Bosch (B + R; Fr 2013; K: Stéphane le Parc; M: Elise Luguern; 103 Minuten; Start D: 25.09.2014); sie ist wunderschön, sonnendurchflutet, herrlich farbenfroh. Die französische Provence. Umgeben von prächtigen Olivenbäumen. Und inmitten von sagenhaften Sonnenuntergängen. Hier lässt es sich leben. Gut leben. Tolle Sommerferien verbringen. Doch für die Teenager Léa und Adrien ist diese Aussicht alles andere als verlockend. Ganz im Gegenteil.

Notgedrungen begeben sie sich mit ihrer Großmutter Iréne (ANNA GALIENA) und ihrem kleinen gehörlosen Bruder Théo in den Süden, um bei ihrem ihnen unbekannten Großvater Paul (JEAN RENO) den Sommer zu verbringen. Ihre Eltern haben sich kurz vor der Abreise getrennt; die allgemeine Stimmung ist also extrem trübe. Auch dann beim „überrumpelten“ Paul, der sich – zunächst – nicht als gerade übermäßig gastfreundlich erweist. Was mit vergangenen trüben Familiengeschichten zu tun hat. Nur Théo (LUKAS PELISSIER, ein grundgütiger Charme-Bolzen), der von der allgemeinen miesepetrigen Laune nicht viel mitbekommt, lässt seiner kindlichen Neugier und allgemeinen Freude fröhlichen Lauf. Und becirct mit seiner Unvoreingenommenheit seine aufgewühlte Umgebung. Vermag über seine lautlose Welt eine emotionale Brücke zwischen den Generationen zu schlagen. Peu á peu.

Leichte, aber keineswegs seichte Komödien-Emotionen. Mit französischem Esprit. Eingeläutet vom stimmungsweisenden Song-Klassiker „Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel. Und mit ironischen Hippie-„Woodstock“-Erinnerungen ausgestattet. In Sachen: ulkige Zwischentöne. Motto: Wenn die Alten Gitarre, Wein und Stoff auspacken und die Jungen sich behutsam abnabeln. Ist nicht übermäßig originell, aber einem „Oldie“ Jean Reno beim lockeren Mürrisch-Sein zuzusehen, sorgt für lakonisch-melancholische Sommerauslauf-Gefühle, fern von Netz, Mails, Apps, I Pad & Co. (= 3 PÖNIs).