Ein Schotte macht noch keinen Sommer Kritik

EIN SCHOTTE MACHT NOCH KEINEN SOMMER“ von Andy Hamilton & Guy Jenkin (B + R; GB 2013; K: Martin Hawkins; M: Alex Heffes; 95 Minuten; Start D: 20.11.2014); bildlich macht der Film sommerlichen Besuchs-Appetit auf Schottland. Allerdings mit-ohne „diesen“ Menschen. Das Londoner Ehepaar Doug und Abi ist zerstritten. Und lebt bereits getrennt. Haben dies aber ihrer Sippe noch nicht mitgeteilt. Weil der krebskranke Opa, der in den schottischen Highlands wohnt, 75 wird, tun sie sich nochmal zusammen, um mit ihren drei quirligen, also aufgeweckten Kids, dorthin zu düsen. Streitereien begleiten den Erwachsenen-Weg. Was nicht nur die Kinder, sondern auch Uns-Zusehenden ziemlich nervt. Doch „das Programm“ geht weiter. Vor Ort zeigt sich Dougs Bruder als ziemliches Arschloch. Selbstherrlich, angeberisch, laut dominant. Während seine Frau offensichtlich wie verständlich einen an der Gemütsklatsche hat. Bleiben die Kinder und…Opa Gordie.

In Gestalt und Präsenz des köstlichen 71jährigen schottischen Tausendsassas BILLY CONNOLLY, darunter Komiker, Musiker, Schauspieler. DER, als unkonventioneller Großvater, schnappt sich die aufgeweckten Gören ausgerechnet am Tag seines Geburtstages, mitten in den Vorbereitungen für die umfangreichen abendlichen Feierlichkeiten, und fährt mit ihnen an den Strand. Tollt mit ihnen herum und erzählt, wie er am liebsten gerne beerdigt werden möchte: als Wikinger. Also rauf aufs Floß und ab geht die Wasser-Lucie. In d e r Art. Kaum formuliert, schon passiert. Und die Kinder folgen prompt, gleich unverzüglich, seinen Anweisungen…, natürlich sehr zum Unwillen der dann herbeigeholten Familien-Clique.

Ein düsterer, makabrer Spaß? Keineswegs. Eher eine Komödie über blöde Erwachsene und ihren viel cleveren, sensiblen Nachwuchs. Inmitten einer eher schlichten Geschichte mit sanftem britischem Schwarz-Humor. Mit dem vor allem die begeisterungsfähigen Kids Harriet Turnbull (5), Bobby Smalldridge (8) und Emilia Jones (11) kess-pointiert punkten. Während DAVID TENNANT („Harry Potter und der Feuerkelch“, „Doctor Who“) als Doug ungebremst auf den Mecker-Keks gehen darf; und ROSAMUND PIKE, gerade als „Gone Girl – Das perfekte Opfer“ noch in den Kinos unterwegs, kaum mehr als die blonde Vorzeige-Mama bietet.

Nee, nee: Die Kinder und „Opa“ Billy Connolly „retten“ eine nur halbwegs zufriedenstellende touristische Schottland-Komödie der Kumpels Guy Jenkin & Andy Hamilton, bekannt über ihre Comedy-Serie „Outnumbered“ (2007-2014). Ihre stereotypen Lebensweisheiten hätten durchaus mehr bewegte Anarcho-Schärfe anstatt freundlicher Stagnation bedurft (= 2 ½ PÖNIs).