Ein Hund namens Weihnachten

Zum Jahresende wird es naturgemäß, aber auch filmisch durchaus besinnlicher. Wenn man jetzt Lust „darauf“ hat. Einer dieser mehr emotionalen Heimkino-Begleiter ist ein drei Jahre alter kanadischer Streifen, der, lt. dem Kritiker-Urteil aus der „New York Times“, gut „das Herz wärmt“ und derzeit deutschen DVD-Start hat:

EIN HUND NAMENS WEIHNACHTEN“ von Peter Werner (Kanana 2009; B: Jenny Wingfield, nach dem Roman „A Dog Named Christmas“ von Greg Kincaid; K: Eric Van Haren Norman; 95 Minuten; DVD-Veröffentlichung: 09.11.2012).

Der Blick geht auf die intakte Familie McCray, die in einer kleinen Gemeinde in Kansas lebt. Vater, Mutter, Sohn Todd. DER liebt Tiere, vor allem Hunde. Darf sich aber keinen anschaffen, weil sein Vater es nicht will. George McCray (BRUCE GREENWOOD/einer der gesichtsbekanntesten kanadischer Nebendarsteller in US-Filmen; war zum Beispiel im 11. „Star Trek“-Kinofilm Captain bzw. später Admiral Christopher Pike, Mentor und Vorgänger von Captain Kirk auf dem Raumschiff Enterprise) hatte früher, als Vietnam-Soldat, selbst mal einen Hund und verlor ihn. Seitdem hat er es mit „Nähe zum Hund“ nicht mehr „so“; ist immer noch reichlich traumatisiert, ohne es zuzugeben. Zudem traut er seinem geistig behinderten Jungen Todd (beeindruckend „vorsichtig“, sensibel: NOEL FISHER) einfach nicht zu, einen Hund „führen“ zu können. Doch Todd ist beharrlich. Hört im Radio, dass das örtliche Tierheim Hunde-Paten für die Weihnachtstage sucht. Gehört, gewollt. Ein goldiger Retriever wird „leihweise“ ins Haus geholt. Über Weihnachten. Und auch gleich „Weihnachten“ von Todd benannt. Und, klar doch: Dieses Fell-Wusel sorgt für gute Family-Laune. Anfangs aber nur bei Todd und seiner Mutter Mary (LINDA EMOND) sowie dann auch bei dem Weihnachtsbesuch, während Vater George „pädagogische Distanz“ hält. Zum putzigen Vierbeiner. Besser. Halten möchte.

Natürlich: Hundeächter haben hier nichts verloren. Gefühlsresistente Filmseher auch nicht. „Ein Hund namens Weihnachten“ ist etwas fürs naive Gemüt und sorgt zugleich für herzhaft-launige, tierische Stimmung. Regisseur Peter Werner, der in New York City geborene New Yorker wird demnächst – am 17. Januar 2013 – 66, ist ein erfahrener Film- und vor allem TV-Film- bzw. Fernsehserienregisseur („Criminal Intent“) sowie „Oscar“-Preisträger im Kurzfilmbereich (1977, für „In the Region Ice.“ als „Best Live Action Short Film“). DER allzugroße „Unruhe“ hier vermeidet, aber die Beteiligten auch nicht als klischeehafte Pappkameraden zeichnet, sondern sie als „empfindsame Charaktere“ glaubwürdig zu schildern weiß. Und so Neugier und unterhaltsame Anteilnahme durchgehend zu erreichen versteht.

Also: Filmisch diesmal nichts „Großes“, schon gar nichts „Weltbewegendes“, sondern einfach und schön „nur“ ein lächelndes, sympathisches Heimkino-Familienprogramm (FSK: ab 6 Jahren ). Mit natürlich sehr viel Prima-Hunde-Charme. Zum Mögen.

Anbieter: „Koch Media“