Einer trage des anderen Last Kritik

EINER TRAGE DES ANDEREN LAST“ von Lothar Warneke (B+R; DDR 1988; 115 Minuten; Start D: 14.03.1989). Dieser in der DDR sehr erfolgreiche Streifen war der diesjähriger Berlinale-Wettbewerbsbeitrag und brachte den beiden Hauptakteuren Jörg Pose und Manfred Möck je einen “Silbernen Darsteller-Bären“ ein.

“Einer trage des anderen Last“ ist Anfang der fünfziger Jahre in einem privaten Lungensanatorium angesiedelt. Dort prallen ein gläubiger Christ und ein überzeugter Marxist aufeinander. Zwei sture, zielsichere, aber sympathische Streiter vor ihren Herren, die sich kräftig mit ihren Ideologien konfrontieren und dabei gegenseitig auf die Nerven fallen. Eine Verständigung, gar Einigung? Unmöglich!

In “Einer trage des anderen Last“ geht es auf amüsant-hintergründige Weise um die selbstformulierten Ideologie-Grenzen von; Politik und Religion. Was hat Vorrang? Wer hat mehr Recht? Der liebe Gott oder Lenin? Es ist eine Auseinandersetzung, die zwar in die Anfangszeit der DDR gelegt wurde, die aber durchaus aktuelle Parallelen ausdrückt. Dabei geht Lothar Warneke nicht verbiestert und dogmatisch vor, sondern lässt phantasievoll und tolerant die Argumente vor. Und weil die dabei so ironisch und herrlich dauer-zweideutig vorgetragen werden, wirkt dieser Film als eine wahre Komödie (= 4 PÖNIs).