Ein einziger Augenblick Kritik

EIN EINZIGER AUGENBLICK“ von Terry George (Co-B+R; USA 2007; 102 Minuten; Start D: 19.06.2008); dem 55jährigen nordirischen Regisseur und Drehbuch-Autoren, der zuletzt mit dem Politfilm “Hotel Ruanda“ (2004/“Oscar“-Nominierung) sehr viel Beachtung/Aufmerksamkeit fand.

Basierend auf dem 1998 veröffentlichten Roman “Reservation Road“ von John Burnham Schwartz (bei uns bislang unter dem Titel “Eine Sekunde nur“ erschienen), der auch am Drehbuch-hier mitschrieb, ist der deutsche Titel “Programm“: In nur einem Moment kann sich ALLES ändern bzw. verändern. Kann das Gefüge einer ganzen Familie auseinanderbrechen. So wie bei der Familie Learner. Ihr kleiner Sohn Josh ist bei einem Tankstellen-Aufenthalt überfahren und getötet worden. Er wollte während der Rast im Erdnussbutterglas gefangene Glühwürmchen wieder freilassen und hatte zu diesem Zweck das Auto verlassen. Der Unfallfahrer hat zwar mitgekriegt, dass er soeben ein Kind überfahren hat, bleibt jedoch nicht stehen, sondern startet durch. Professor Ethan Learner setzt fortan alles dran, den Unfallfahrer zu finden, während der nicht weiß, ob er sich stellen soll oder nicht. Er ist geschieden und fürchtet, das Erziehungsrecht für seinen Sohn zu verlieren. Noch komplizierter wird es, als der Vater sich an eine Anwaltskanzlei wendet, weil er mit den polizeilichen Ermittlungen nicht zufrieden ist, und ausgerechnet der Unfallfahrer, Dwight Arno, sein Anwalt wird.

Ein Schicksalsfilm. Als zwar sensible, aber auch mit zu vielen Zufällen versehene Rache-Jagd. Der bemüht ist, die extremen Gefühlslagen der Beteiligten aufzuzeigen, aber halt in seiner psychologischen wie darstellerischen Wirkung eher oberflächlich bleibt. Man ist geneigt-(“anständig“-)betroffen…, “irgendwie“, natürlich, aber dann auch wieder “nur begrenzt“. Denn (zu) vieles ist vorhersehbar, bleibt inmitten einer nur- dünnen Spannungsgrenze. Das Drama mit den Extremen der Gefühle “haucht“ nur anstatt aufwühlend zu packen. Außerdem “zieht“ sich auch das (Verhaltens-)Thema mehr hin als dass es dauerhaft provoziert. Man hat gut Verständnis bis Mitleid und damit aber basta. Der Nachhall hält sich in emotionalen Grenzen.

Da können sich gute Darsteller wie JOAQUIN PHOENIX (der überragende Johnny Cash in “Walk The Line“/“Oscar“-Nominierung), MARK RUFFALO als “Quasi-Bösewicht“ (“Zodiac – Die Spur des Killers“) und “Oscar“-Preisträgerin JENNIFER CONNELLY (“A Beautiful Mind“) noch so abmühen, dies hier ist leider nur so ein Guter Absichts-Film, der mehr “will“ als er “bringt“ (= 3 PÖNIs).