Duplicity Kritik

DUPLICITY – GEMEINSAME GEHEIMSACHE“ von Tony Gilroy (B+R; USA/D 2008; 125 Minuten; Start D: 30.04.2009); dessen Debüt-Spielfilm neulich für beste Unterhaltung sorgte: „Michael Clayton“, mit George Clooney. Der namhafte Drehbuch-Autor („Im Auftrag des Teufels“/1997, mit Al Pacino; „Armageddon“ (1998, mit Bruce Willis); die 3 Jason-Bourne-Filme („Identität/Verschwörung/Ultimatum“/2002-2007) variiert hier sein Thema vom allgegenwärtigen Mißtrauen nochmal, inmitten einer ganz schönen, angenehm-anstrengenden Liebes-Komödie mit Biß.

Claire und Ray. Sie, eine Ex-CIA-Agentin, Er, einst von ihr blamierter Agent des britischen Geheimdienstes, der zum Industriespion umschulte. Man sieht sich wieder, beharkt sich, liebt sich, mißtraut sich, fängt an, zusammenzuwirken. Viel von der kunstvoll verschachtelten, aber klug zusammengepunkteten, kitzligen Geschichte zu erzählen, ist nicht möglich. Nur soviel: Es geht um Wirtschaftskriminalität, um Industriespionage. Zwei Groß-Konzerne sind auf der Suche nach einer Formel für ein kosmetisches Wundermittel. Die Bosse beider Konzerne (TOM WILKINSON + PAUL GIAMATTI) hassen sich. Beäugen sich permanent. Prügeln sich schon mal. Lassen die jeweilige Gegenseite aufwendig auskundschaften. Wer wird gewinnen? Jetzt kommen Claire und Ray mit ins Boot. Die haben beschlossen, die Foppereien mitzumachen, um dabei ihr „eigenes Ding“ profitabel abzuziehen. Fortan tricksen sie mit in diesem undurchschaubaren Puzzle. Allerdings: Auch die Beiden trauen/vertrauen sich nicht in Gänze. Die Folge(n): Latentes Mißtrauen auch hier. Während er sich desöfteren aus der emotionalen Deckung wagt, hält sie sich gerne lieber „unter Kontrolle“. Was ihn wiederum zweifeln läßt ob ihrer Loyalität.

„Duplicity“ bietet ein listiges Geflecht aus Täuschung, Lug und Betrug im globalen Gier-Zirkus. Dies wäre sicherlich längst nicht so amüsant, clever und auch (optisch) reizvoll, wären da nicht mit JULIA ROBERTS und CLIVE OWEN zwei phantastische und gaaanz coole Player mit von der paradoxen, pointierten Spannungsshow. Während die „Oscar“-Preisträgerin („Erin Brockovich“) geraume Zeit nicht mehr auf der Leinwand zu sehen war (von wg. Familie/Kinder), hatte er kürzlich im Berlinale-Eröffnungsfilm „The International“ von Tom Tykwer nur einen mageren Auftritt. Hier kommt er besser ´rüber. Ist mackig-pur. (Und angesichts seines Sex-Appeals darf man erneut fragen, ob er vielleicht nicht doch der bessere neue Bond gewesen wäre). Lässig schalten die beiden Superspione von coolen Tricks auf den Modus nostalgischer Screwball-Komödien mit ironischen Wortgefechten um. Das macht Spaß, besitzt zünftigen Unterhaltungspfeffer, ist in der Mischung aus Eleganz und Timing amüsant. Und bietet viel schönes Kino-Gehirnjogging (= 4 PÖNIs).