Du bist nicht allein Kritik

DU BIST NICHT ALLEIN“ von Bernd Böhlich (D 2007; 90 Minuten; Start D: 19.07.2007). Der Dresdener Regisseur vom Jahrgang ´57 arbeitet vornehmlich wie erfolgreich fürs Fernsehen (z.B. „Adolf-Grimme-Preis“ für den „Polizeiruf 110“-Krimi „Totes Gleis“/1994) und „zeigt“ hier im Grunde AUCH Fernsehen in Bewegung/Gedanken/Atmosphäre.

Der „stinknormale Blick“ in die Wohnstuben von „stinknormalen“ Wohnblock-Menschen (in Berlin-Marzahn) handelt/erzählt von sozialen Sorgen, von Arbeitslosigkeit, von Ein-bisschen-Schieflage im emotionalen nachbarlichen Taumel, als sich der in die Jahre gekommene Familienvater Hans Moll in die neue wie attraktive russische Nachbarin verknallt, während seine Frau unterdessen in ihrem neuen Job als schlecht bezahlte Nachtwächterin „aufgeht“ und die häuslichen Kalamitäten zunächst nicht mitbekommt. Zudem tritt noch ein Physiker-Nachbar in – dämliche – Erscheinung, denn der hat nichts Anderes vor, als dumpf aus seiner grauen Behausung auf das ehemalige Haus zu blicken, wo er bis vor kurzem noch mit seiner Frau lebte.

HERBERT KNAUP muss dabei jämmerlich chargieren, während in den Hauptfiguren „Prima-Kumpel“ AXEL PRAHL und die immer wunderbare KATHARINA THALBACH die meist vorhersehbare wie ziemlich „dünne“ Leinwand-Chose halbwegs „retten“. Eine dieser deutschen, vom rbb, WDR, SWR und dem Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH geförderten deutschen Sozialkomödien, die mit den themenähnlichen britischen Filmen nun aber auch „ganz oder gar nicht“ mitzuhalten verstehen.

Und der Titel: Na ja, der nette Axel Prahl darf irgendwann, beim russischen Nachbarn, anlässlich einer feucht-fröhlichen Gemeinsam-Fete, den Roy-Black-Klassiker „Du bist nicht allein“ solo zum Besten geben. Auf dass daraus bei uns KULT entstehe/wird…(= 2 ½ PÖNIs).