Dredd

DREDD“ von Pete Travis (GB/USA/Indien 2010/2011; K: Anthony Dod Mantle; 95 Minuten; Start D: 15.11.2012); erstmals tauchte ER 1977 auf, in der britischen Comic-Anthologie „2000 A.D.“, der Judge Dredd. Als eine Art Maschinen-Sheriff, der nun im Kino wie ein Ritter gepanzert ist, hinter seinem Helm die Augen verbirgt, mit grimmig heruntergezogenen Mundwinkeln droht, während seine mächtige Waffe „Lawgiver“ heißt.

Die USA in der postapokalyptischen Zukunft. Städte sind zu gigantischen Moloch-Orten mutiert. Wo das Recht der Stärkeren angesagt ist. Gilt. In der Großstadt Mega-City One, die sich von Boston bis Washington erstreckt, hausen über 800 Millionen Menschen. Mord und Totschlag sind an der Tagesordnung. Die Aufklärungsquote beträgt zynische 6 Prozent. Sogenannte „Judges“, Polizisten, Richter und Vollstrecker in einer Person, haben gegen die ständigen Banden-Auswüchse kaum eine Chance. Trotzdem tritt Judge Dredd (KARL URBAN) als oberster „Gesetzeshüter“ an, um „das Gesindel“ unter Kontrolle zu bekommen, also umzubringen. Gemeinsam mit seiner neuen Rekrutin, Cassandra Anderson, einer telepathisch veranlagten Azubi, geht es gegen die mächtige psychopathisch-widerwärtige Drogenbaronin Ma-Ma (LENA HEADEY). Die haust im 200. Penthouse-Stockwerk eines monumentalen Wohnblocks, genannt „Peachtree“. Und „verteilt“ von dort profitabel die gefährliche Droge Slow-Mo. Welche die Wahrnehmung eines Menschen extrem trübt. Verlangsamt. Als Dredd mit Kollegen plus seiner Assistentin in Peachtree auftaucht, erklärt sie ihm den totalen Stockwerk-Krieg. Ab sofort wird nur noch humorlos herumgeflitzt und geballert. Kompromissloses Abschlachten. In, auf jeder Etage. Mit Massen von hirnrissigem Abschaum-Fußvolk, das sich gerne wie dauerhaft im Kugelhagel massakrieren lässt. Natürlich in blutgieriger Zeitlupe, mit fein zerplatzenden Körpern und gigantischen Blutfontänen. In „nahem“ 3 D.

Der Drecksfilm „Dredd“ ist totaler gewaltverherrlichender Unfug. Blödsinn. Eine Widerwärtigkeit von Action-Faschismus. Hölzern, stets unsinnig in Sprache und Gestus, sinnleer. Ach so ja, dies gab’s vor Jahren schon mal, beim Ami-Streifen „Judge Dredd“ von 1995, als sich Sylvester Stallone in der Titelrolle lächerlich machte und für eine „Goldene Himbeere“ nominiert wurde. War das damals nur bescheuert, ist die Neuverfilmung heute düstere, eklige Voll-Scheiße (= 0 PÖNIs).