Distant Harmony Kritik

DISTANT HARMONY — PAVAROTTI IN CHINA“ von DeWitt Sage (B+R; USA 1987; 85 Minuten; Start D: 06.07.1989).

Luciano Pavarotti unternahm 1986 mit dem Ensemble von “La Boheme“ eine China-Tournee, besser gesagt eine Begegnungs- und Arbeitsreise. „Distant Harmony“ ist eine Dokumentation dieser China Reise.

Wir sehen Pavarotti bei Proben, bei Pressegesprächen, wir sehen ihn beim Schminken, Frisieren, Umkleiden und schließlich bei seinen Auftritten. Diese Bilder sind gemischt mit Bildern aus dem chinesischen Alltag. Lawinen von Fahrrädern, Menschen bei ihren Morgenübungen und tausende von aufgewühlten, begeisterten Chinesen nach einem Pavarotti-Auftritt.

“Distant Harmony“ ist kein trockener Dokumentarfilm. Der Film ist eine Verbeugung vor der Kunst und insbesondere eine Hommage an Luciano Pavarotti. Diesen wuchtigen, lebensfrohen und leidenschaftlichen Mann, der immerzu übers ganze Gesicht lacht. Bei seinem Gesang tut sich die Seele auf. Und das uns das auch im Kino passieren kann, haben wir in diesem Fall sicherlich der guten Tonanlage des Filmpalastes zu verdanken.
Am krönenden Schluss des Filmes steht Pavarotti’s Auftritt in der ‚Großen Halle des Volkes‘, in die vor ihm noch kein Europäer eingeladen war. 10.000 aufgewühlte, begeisterte Chinesen, eine kultivierte Masseneuphorie. Pavarotti selbst hat eine einfache Erklärung für das musikalische Verständnis der Italiener und Chinesen: Beide Völker haben eine sehr melodiöse Sprache.

“Distant Harmony“ ist eine Liebeserklärung an die Künste. Und eine Aufforderung an jeden sich ihnen hinzugeben (= 4 PÖNIs).