DAS GEHEIME LEBEN DER BÄUME

PÖNIs:       (4,5/5)

„DAS GEHEIME LEBEN DER BÄUME“ von Jörg Adolph und Jan Haft (D 2018/2019; nach dem gleichnamigen Sachbuch von Peter Wohlleben/2015; K: Daniel Schönauer; M: Franziska Henke; 96 Minuten; deutscher Kino-Start: 23.01.2020); filmisch ist „WALD“ schon länger ein Kinofilm-Thema. Der Dokumentarfilmer JAN HAFT, der hier die Regie-Arbeit unterstützte, präsentierte im September 2012 in unseren Lichtspielhäusern seinen prachtvollen Film „Das grüne Wunder – Unser Wald“ (s. Kino-KRITIK). Nach fünf Jahren Drehzeit kam im September 2015 sein Naturfilm „Magie der Moore“, mit Axel Milberg als Sprecher, heraus. Schließlich: Im April 2019 folgte sein beeindruckender Naturfilm „Die Wiese – Ein Paradies nebenan“ (s. Kino-KRITIK) und stieß auf ein begeistertes (Bilder-)Echo.

„Bäume sind fühlende Wesen – und warum auch nicht“ (Peter Wohlleben). 

Er heißt Peter Wohlleben. Geboren 1964 in Bonn. Peter Wohlleben ist der gegenwärtig wohl bekannteste und populärste Förster und Naturschützer. Er setzt sich für eine ökologisch wie ökonomisch nachhaltige Waldwirtschaft ein. Auf weltweites Interesse stieß sein 2015 veröffentliches Buch „DAS GEHEIME LEBEN DER BÄUME. Wie sie fühlen, wie sie kommunizieren – die Entdeckung einer verborgenen Welt“, das in diesem Monat auch als Taschenbuch herausgekommen ist. Dieses Buch, das inzwischen in 40 Sprachen übersetzt wurde, stand ununterbrochen zwei Jahre lang an der Spitze der Bestsellerlisten und gehörte auch danach weiterhin zu den beliebtesten Sachbüchern. ARD-Literatur-Experte Denis Scheck erklärte im „Tagesspiegel“, Wohlleben erweitere „unsere Wahrnehmung“. Von „Romantik im digitalen Zeitalter“ sprach Michael Pilz in „Welt Online“.

„Sprache ist laut Duden die Fähigkeit des Menschen, sich auszudrücken. So gesehen, können nur wir sprechen, weil der Begriff auf unsere Spezies beschränkt ist. Doch wäre es nicht interessant zu wissen, ob auch Bäume sich ausdrücken können? Aber wie?“, beginnt Kapitel 1 des Buches: „Die Sprache der Bäume“.

Was sich anfangs wie Fiction-Gedanken liest, entpuppt sich im Verlaufe der 223 Buchseiten und der nun auch 96 Film-Minuten als eine Hymne an die Empathie für die Natur. Merke: Bäume besitzen menschliche Eigenschaften. Bilden eine Solidargemeinschaft, kommunizieren miteinander, besitzen Charakterfähigkeiten. WIE dies zusammengeht, zusammenhängt, diesem Phänomen spürt jetzt dieser Film nach, die sozusagen bilderreiche und vom Autor kommentierte Zusammenfassung des Erfolgsbuches. Motto: Im Wald geschehen erstaunliche Dinge. Bäume kommunizieren miteinander. Haben Empfindungen, Gefühle, ein Gedächtnis. Unglaublich. Aber wahr. In faszinierenden Geschichten über die ungeahnten Fähigkeiten von Bäumen berücksichtigt Peter Wohlleben dabei die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse ebenso wie seine eigenen Forschungen. Dabei begleitet ihn die Kamera nach Kanada und dann bis nach Schweden, in den Nationalpark Fulufjället, wo er uns den ältesten Baum der Welt vorstellt, eine 9500 Jahre alte Fichte.

„Nur wer die Bäume kennt, vermag sie zu beschützen“, heißt es abschließend im Buch. Was die Besichtigung des „Folge“films nachhaltig empfiehlt (= 4 1/2 PÖNIs).

P.S.: Für seine emotionale wie unkonventionelle Wissensvermittlung wurde Peter Wohlleben im Vorjahr die bayerische Naturschutzmedaille verliehen.

P.S. II: Gerade kam die Nachricht, dass der HAMBACHER FORST, also der dortige Wald, seine Bäume, bestehen bleiben dürfen. Was im Nachhinein die vielen Demonstrationen-dort mehr als rechtfertigt.

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