Criminal Activities Kritik

CRIMINAL ACTIVITIES“ von Jackie Earle Haley (USA 2014; B: Robert Lowell; K: Seamus Tierney; M: Keefus Ciancia; 94 Minuten; Start D: 31.03.2016); klein, frech, schwarz, bissig, rudernd, verblüffend. Ein Independent-Thriller, der nach Tarantino riecht. Weil nichts so ist, wie es sich uns darstellt.

Vier ehemalige Schulkumpels. Treffen sich bei der Beerdigung eines Kameraden. Man quatscht, gibt an, palavert beim Kiffen. Von wegen wie wäre es mit Nix-Tun und schnellem Gewinn. Einer sagt, er wisse Bescheid, wie man fix an gute Rendite kommen kann. Ohne großen Aufwand. Die Anderen sind elektrisiert. Stichwort: Insider-Aktienhandel. Fatal nur, dass die Investition schief läuft. Vollends in die Hose geht. Und Pech, dass Noah (DAN STEVENS/“Downton Abbey“) zugeben muss, sich dafür die 200.000 Dollar von einem „Paten“ geborgt zu haben. DER, Eddie (JOHN TRAVOLTA), will jetzt 400.000 Dollar zurück. Oder: Oh je.

Was tun? Das Parallelangebot etwa annehmen? Das da lautet: Einen Kontrahenten von Gangster-Eddie, den Neffen eines verfeindeten Rivalen, entführen und für 24 Stunden festhalten? Dann wären die Schulden erlassen. Nicht sehr geschickt, aber immerhin wird jener Marques (EDI GATHEGI) entführt. In einem Keller festgebunden versteckt. Was eine Spirale eigenwilliger Unruhe-Aktivitäten, von Gewalt bis Beschiss, auslöst. Bei der fortan spannender Kuddelmuddel annonciert ist. Mit auch keineswegs sauberem FBI-Personal, philosophierenden Schlägern (darunter Regisseur Jackie Earle Haley als Gerry), aufgescheuchtem „unschuldigem“ Nachwuchs, der sich selbst immer mehr in die Wolle kriegt. Keine richtige „Traute“ mehr hat.

Der Drehbuch-Autor: Der Dichter und zweifache Pulitzer-Preisträger ROBERT LOWELL („Lord Weary’s Castle“/1946 + „The Dolphin“/1973). Verstarb 1977. Sein einziges und bislang unverfilmtes Drehbuch übernahm der Schauspieler JACKIE EARLE HALEY (2006 „Oscar“-Nominierung für seine Pädophilen-Part in „Little Children“) für seinen Erstlingsfilm. Mixte es etwas aktuell um und fertig ist der putzige Genre-Spannungsbrei aus „Pulp Fiction“, „Die üblichen Verdächtigen“ oder „Snatch – Schweine und Diamanten“, während der präsente John Travolta bisweilen an seinen mit dem „Golden Globe“ bedachten Kredithai Chili Palmer aus „Schnappt Shorty“ (von 1995) erinnert. Ein weiterer bekannter Akteur: Der nicht mit Brad verwandte MICHAEL PITT („7 Psychos“; „Die Träumer“ von Bernardo Bertolucci/2003) als verbale Kampfdrohne.

Wie gesagt, der Gärtner ist der Ober-Fopper. Leider spielt hier gar kein Gärtner mit. Also finden Sie ihn (= 3 PÖNIs).