Cool World Kritik

Eine Rarität aus den amerikanischen 60ern haben mal wieder die „Sputniks“ mit „THE COOL WORLD“ von Shirley Clarke (B+R; USA 1963; 105 Minuten; Start D: 1990); ausgegraben. Das ist radikales, unabhängiges, schwarzes Straßen-Kino, basierend auf einer Novelle von Warren Miller. Thema:
Überleben, Leben in Harlem, dem Ghetto von New York.

Ein 14jähriger Dealer und Straßenräuber will in der Straßenhierarchie aufsteigen und bemüht sich um eine Pistole. Die Kamera folgt Duke bei seinen Geschäften mit Waffenhändlern und dokumentiert dabei seine zwei Welten: die erstarrte häusliche, in der ebenso arme wie religiöse Rituale vorherrschen, und die gnadenlosen Praktiken des Umfeldes draußen. Dazu: Die Atmosphäre der Gegend und Zeit, die signalisiert – das hier ist nur eine von vielen möglichen Geschichten und Ereignissen. Unterstützt durch die passenden Jazzkompositionen von Mal Waldron entsteht eine Mischung von Sozialreportage und Spielfilm.

„The Cool World“ von Shirley Clarke ist in der originalen Slangfassung nicht sehr einfach zugänglich, aber eine außergewöhnliche Entdeckung für Liebhaber des „anderen“, des Underdog-Kinos (= 2 ½ PÖNIs).