Cold Fever Kritik

Sein Name: Fridrik Thór Fridriksson. Er ist 41 Jahre alt und der populärste isländische Filmemacher. Er drehte Kurzfilme sowie Experimental- und Dokumentarfilme, bevor er 1987 mit “Weiße Wale“ seinen ersten Spielfilm schuf. 4 Jahre später fand Fridriksson mit seinem zweiten Spielfilm weltweite Cineasten-Beachtung, denn „Children Of Nature“ war der erste isländische Streifen, er für einen “Oscar‘ nominiert wurde. Danach entstand die autobiographisch gefärbte filmische Jugenderinnerung “Movie Days“, die auf vielen internationalen Festivals lief.

Der neueste Film des Isländers heißt „COLD FEVER“ von Fridrik Thór Fridriksson (Co-B + R; USA/Island/Dänemark/D/Japan 1995; Co-B: Jim Stark; K: Ari Kristinsson; M: Hilar Örn Hilmarsson; 85 Minuten; Start D: 19.10.1995).

Atsushi Hirata heißt ein junger japanischer Angestellter, der seinen einwöchigen Jahresurlaub eigentlich beim Golfen in Hawaii verbringen möchte. Doch dann kommt die Nachricht vom Tode seiner Eltern im fernen Island. Und weil die Begräbniszeremonie nach japanischer Tradition nur an dem Ort abgehalten werden kann, an dem die Menschen verstorben sind, macht sich der junge Mann auf die weite Reise. Und was er in Island erlebt, das erzählt dieser kleine, ruhige und atmosphärische Film “Cold Fever“. Der nicht zufällig an die frühen Arbeiten von Jim Jarmusch und Aki Kaurismäki erinnert: Schließlich heißt hier der Co-Autor und Produzent Jim Stark, und der hat einige der Jamusch-Filme produziert. Außerdem war der Hauptdarsteller Masatoshi Nagase bereits im Jamursch-Klassiker “Mystery Train“ der Hauptakteur.

Zwei Kulturkreise stoßen zusammen: Die tüchtige Arbeitsbiene Atsushi aus dem fleißigen, brodelnden Japan und diese karge, kalte Schnee- und Eislandschaft, die die Menschen mehr zusammenrücken lässt als anderswo. Und wo Mythen eine ebenso große Rolle spielen wie Alkohol und Gastfreundschaft.

“Cold Fever“ ist ein lakonisches Road-Movie, bei dem der Mensch sich hinter der Natur einzureihen hat. Eine außergewöhnliche Filmreise als Ich-Suche eines erstaunten Menschen. Ein schöner und reizvoller Film für die Off-Kinoszene (= 4 PÖNIs).