Catchfire DVD-Kritik

Sein Name: DENNIS HOPPER. Ende der 60er Jahre war er, dank “Easy Rider“ Hollywoods Wunder- und Lieblingskind. Als er mit seinem nächsten Film, “The Last Movie“, zu sehr ausrastete, ließen ihn die Studio-Bosse fallen. Dennis Hopper stürzte in Drogen und Alkohol ab. Seit Mitte der 80er Jahre ist der störrische Eigenbrötler wieder in. Sowohl als überzeugender Schauspieler, siehe “Blue Velvet“, wie auch als Regisseur, siehe “Colors – Farben der Gewalt“. Vor 2 Jahren war die Chefetage der Firma „Vestron“ von ihrem riesigen Erfolg mit “Dirty Dancing“ dermaßen aus dem Häuschen, das sie dem rehabilitierten Exzentriker für einen neuen Film völlig freie Hand als Regisseur und Hauptdarsteller ließen. Als sie das
Resultat dann sahen, war die Firmen-Pleite bei “Vestron“ schon in vollem Gange.
Um mit dem Hopper-Film irgendwie noch schnell Geld zu verdienen, schnitten sie ihn total “auf kommerziell“ um. Der Künstler zog daraufhin seinen guten Namen zurück, und als Regisseur wurde fortan ein “Alan Smithee“ (gern genommenes Pseudonym bei künstlerischen Differenzen zwischen Regisseur und Produktionsfirma) genannt. „Vestron“ ging dennoch in Konkurs, während dieser Film nun auf Video verramscht wird.

CATCHFIRE“ von Alan „Dennis Hopper“ Smithee (USA 1990; 98 Minuten; Videoveröffentlichung: 11.11.1990; DVD-Veröffentlichung: 29.09.2005); zu Deutsch: “Feuer fangen“; Originaltitel: „BACKTRACK“.

Trotz aller dramaturgischen und logischen Mängel lassen die 98minütigen “Reste“ des Films einiges von der ursprünglichen Kraft und Atmosphäre eines schrägen Psycho-Thrillers ahnen. Story: Der Killer und die Zeugin. Jodie Foster spielt eine lakonische, selbstbewusste Künstlerin, die zufällig Zeugin eines Mafia-Mordes wird. Fortan befindet sie sich auf der Flucht vor dem Syndikat und der Polizei. Ein Profi-Killer wird von der “Familie“ angesetzt. Dennis Hopper spielt ihn als Jäger und Partner zugleich. Sein Pech: Er verliebt sich in sein
Opfer und geht mit ihr auf den großen Amerika-Trip. Zwei Individuen, zwei Krieger, zwei “Künstler“ und ihr Kampf ums überleben. Die VideoPremiere “Catchfire“ ist teilweise Action-pur. Während der einstige düstere, schwarze Humor und die radikale Ästhetik jetzt zu kurz kommen. Dafür zeigt sich der Film nun als ziemlich unübersichtliches, zusammengestoppeltes Road-Movie-Krimi-Happening, bei dem das Happy-End fadenscheinig wirkt. Dennoch das Amüsement ist beachtlich, weil das Darsteller-Ensemble, das sich um den heute 55jährigen Alt-Guru Dennis Hopper scharte, einfach riesig ist. Immerhin geben sich Stars wie Charlie Sheen, John Turturro, Joe Pesci sowie Ur-Grusel-Opa Vincent Price und kurz einmal sogar Bob Dylan als Tankwart die Ehre. Ganz zu schweigen von der urigen “Partnerschaft“ Jodie Foster/Dennis Hopper.

“Catchfire“, das Fragment, ist trotz aller Umschnitte und Veränderungen immer noch ein sehenswerter, unterhaltsamer Spannungsfilm mit Psycho-Drama-Geschmack.
Sozusagen: Ein Pflicht-Programm für Cineasten und solche, die es worden wollen.

Anbieter: „Concorde Video“