Casanova Kritik

CASANOVA“ von Lasse Hallström (USA 2005; 112 Minuten; Start D: 09.02.2006); dem schwedischen Filmemacher („Mein Leben als Hund“/1985), der sich inzwischen in Hollywood etabliert und mit Filmen wie „Gottes Werk und Teufels Beitrag“, „Chocolat“ und kürzlich „Ein ungezähmtes Leben“ (mit Robert Redford) einen guten Namen gemacht hat. Hier aber nun schuf er eher eine „Ach Gottchen“-Neuauflage: Der klassische Stoff um den legendären Frauenliebhaber und Freigeist Giacomo Casanova aus der freizügigen venezianischen Gesellschaft zu Beginn des 18. Jahrhunderts kommt eher als freundlicher Kostüm-/Mantel- und Degenstoff denn als frivoler Spott oder gar als pikante Gesellschaftssatire daher.

Ausstattungskino, mit mancherlei Schauwert und einigem Wortwitz-Charme, insgesamt aber ein Ja-Ja-/Was Soll`s-Abenteuer um bekannte Maskeraden, übliche Verwechslungen, nette Intrigen und die böse katholische Moral- und Gewalt- Kirche. Mit einem bemühten HEATH LEDGER in der Titelrolle (zuletzt „Brothers Grimm“), der demnächst als schwuler Cowboy in dem vielfach „Oscar“-nominierten Film „Brokeback Mountain“ von Ang Lee sehr viel atmosphärischer, spannender daherkommt als bei dieser lauwarmen, solide Show um Plüsch und Kunsthandwerk (= 2 PÖNIs).