Cast away – Verschollen Kritik

CAST AWAY – VERSCHOLLEN“ von Robert Zemeckis (USA 2000; 143 Minuten; Start D: 11.01.2001).

Chuck Nolan ist ein Typ unserer Zeit. Als Manager einer Kurierfirma ist er quasi rund um die Uhr im Einsatz. Und weltweit: Für ihn spielen die Entfernungen zwischen Los Angeles, Nairobi und Moskau nur eine untergeordnete Rolle. Die Hauptsache: Der Job läuft, und der Kunde ist zufrieden. Chuck ist Workoholic. Der die Interessen seiner Firma über die eigenen stellt. Freundin Kelly hat sich längst daran gewöhnt. Doch eines Tages ist Schluss ‘mit lustig‘. Eines Tages spielt das Schicksal Chuck einen überaus bösen Streich.

Ein Unwetter, und schon ist der Dauerritt auf der Überholspur vorbei.
Chuck, der bislang jedwede Kontrolle über alles in seinem Leben besaß,
verliert eben diese. Sein Flugzeug stürzt ab und er strandet als einziger Überlebender auf einer einsamen
Insel.

Was macht ein Mensch, dem “die Zivilisation“ abhanden gekommen ist? Wie kann er, fernab der ganz normalen und selbstverständlichen technischen und zwischenmenschlichen Errungenschaften, überleben? Was überhaupt benötigt ein Mensch zum Weiterleben, der praktisch ‘in die Steinzeit‘ zurückversetzt wurde? Simple Dinge wie Trinkwasser, Feuer und Nahrung bedeuten auf einmal, ein Problem zu haben. Und: Wie sieht es eigentlich mit der sozialen Komponente aus, zum Beispiel mit der natürlichen ‘Kommunikation‘, dem Gespräch?

„Cast Away – Verschollen“ heißt der neueste Film des Erfolgsgespanns ROBERT ZEMECKIS und TOM HANKS. Regisseur Zemeckis hat sich mit Filmen wie “Falsches Spiel mit Roger Rabbit“, “Contact“ und kürzlich mit dem Psycho-Thriller “Schatten der Wahrheit“ einen guten Namen gemacht. Der zweifache “Oscar“-Preisträger Tom Hanks zählt seit seinen Auftritten in “Schlaflos in Seattle“,
“Philadelphia“ und “Der Soldat James Ryan“ zu den Top-Stars in Hollywood. 1994 schufen beide das Meisterwerk “Forrest Gump“ und ernteten “Oscar“- Trophäen. „Cast Away – Verschollen“ setzt ihre kreative Erfolgsarbeit fort: Eine Zivilisations-Parabel mit Realismus-Geschmack. Ohne romantische Verklärung, ohne abenteuerliche Tricks: Mit Tom Hanks als Robinson Crusoe der Gegenwart. Vier Jahre dauert der ständige Kampf mit der Natur, mit der Einsamkeit, mit Sich-Selbst. Dann gelingt die Rückkehr.

„Cast Away – Verschollen“ ist ein ambitioniertes Werk, ist ein spannend-unaufdringliches Ein-Personen-Drama.

In einem Interview erzählte Hauptakteur und Mit-Produzent Tom Hanks über die strapaziösen Dreharbeiten. Die mussten für ein Jahr unterbrochen werden, damit er sich unter Trainer-Aufsicht rund 25 Kilo abhungern und währenddessen Muskeln auftauen konnte.

Die Mühen haben sich gelohnt: „Cast Away – Verschollen“ ist ein in jeder Hinsicht beeindruckender Schauspieler-Film geworden (= 4 PÖNIs).