CASABLANCA

PÖNIs:       (5/5)

Am Anfang gab es das Bühnenstück: „Everybody Comes To Rick`s“ von Murray Burnett und Joan Alison. Geschrieben im Sommer 1940 in einem kleinen Appartement in New York. Weil der Broadway es nicht abnahm, wurde das 97-Seiten Werk Hollywood angeboten. Wo es am 8. Dezember 1941 eintraf. Hollywood war elektrisiert. Denn nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbour war die politische Neutralität aufgehoben. Man suchte jetzt verstärkt nach patriotischen Geschichten und Figuren. Am 12. Januar 1942
kaufte der Warner Bros.-Produzent Hal B. Wallis für 20.000 Dollar die Rechte:

„CASABLANCA“ von Michael Curtiz  (USA 1942; B: Julius J. Epstein; Philip G. Epstein; K: Arthur Edeson; M: Max Steiner; Pianist + Sänger: Dooley Wilson; Kino-Start USA: 26. November 1942; BRD-Kinostart: 29.08.1952 in einer gekürzten Fassung von 77 Minuten; synchronisierte Originalfassung in der ARD: 01.10.1975 mit 102 Minuten; danach diverse Kino-Starts); dabei ist die Geschichte über die Entstehung dieses Films, der zum Klassiker avancierte und vom „American Film Institute“ 2002 zum „besten Liebesfilm aller Zeiten“ und 2007 zum drittbesten US-Film aller Zeiten ausgewählt wurde, ebenso interessant: Die erfahrenen Autoren Philip und Julius Epstein machten sich umgehend gemeinsam – mit dem 27-jährigen Schriftsteller Howard Koch – an die Drehbuch-Entwicklung. Viele Ideen und Entwürfe entstanden. Von den ersten Besetzungsgerüchten ist vor allem jenes in Erinnerung geblieben: RONALD REAGAN als Rick Blaine. Bald aber war das Team komplett zusammengestellt. Für die beiden Hauptrollen wurden der 43-jährige Star HUMPHREY BOGART und die 27-jährige Schwedin INGRID BERGMAN engagiert. Drumherum: Emigranten-Kollegen wie Paul Henreid aus Österreich, Claude Rains aus England und Conrad Veidt aus Deutschland. Dazu, am Klavier, der schwarze Sänger DOOLEY WILSON, der nicht Klavierspielen konnte. Der stimmte einen Song aus dem Jahr 1931 von Herman Hupfeld an, der zum Leitmotiv und Welterfolg wurde: „AS TIME GOES BY“.

Nur 5 Schauspieler des Teams waren gebürtige US-Amerikaner, als am 25. Mai 1942 die Dreharbeiten von „Casablanca“ unter der Leitung des aus Ungarn stammenden Regisseurs MICHAEL CURTIZ begannen. Dabei war die Story noch gar nicht fertig. Im Gegenteil: Sie wurde Tag für Tag erst weiterentwickelt. Und: Vor allem der Schluss bereitete den Beteiligten schlaflose Nächte, wie Co-Autor Julius Epstein vor 10 Jahren bei einem Deutschland-Besuch verriet. Schließlich aber war alles am 3. August 1942 „im Kasten“. Drehzeit: 59 Tage; Budget: knapp 1 Mio. Dollar. Die Fein-Arbeit, der Schnitt, konnte beginnen. Wobei niemand ahnte, dass hier eine Film-Legende geschaffen werden sollte. Weil sich die politische, sprich kriegerische Weltlage Anfang November 1942 durch die Landung alliierter Invasionstruppen unter General Eisenhower in Französisch-Marokko verschärfte, wurde „Casablanca“ vorab ins Kino gebracht. Am 26. November 1942 erblickte der Film im „Hollywood-Theatre“ in New York das Leinwand-Licht. Landesweiter US-Kino-Start war dann am 23. Januar 1943, kurz nach der Konferenz von Casablanca mit Roosevelt und Churchill.

Der Rest ist Ruhm: Nach gleich 8 Nominierungen erhielt „Casablanca“ im Jahr darauf 3 „Oscar“-Trophäen: Für den „besten Film“, den „besten Regisseur“ und für das „beste Drehbuch“. Allerdings sollten erst noch 33 weitere Jahre vergehen, bevor der Film in der kompletten Version in West-Deutschland zu sehen und zu hören war: Denn bei der Uraufführung im August 1952 fehlten sage und schreibe 24 politische Minuten: Alles was mit dem Dritten Reich und den Nazis zu tun hatte, war aus „geschäftlichen“, also politischen BRD-Gründen getilgt worden. Erst die ARD stellte 1. Oktober 1975 „Casablanca“ unter der Synchron-Regie von Wolfgang Schick und mit der deutschen Bogart-Stimme von JOACHIM KEMMER vollständig vor. Seitdem können auch wir hierzulande diesen unsterblichen Klassiker so richtig und ausdauernd „komplett“  genießen… (= 5 PÖNIs).

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