Brick Mansions Kritik

BRICK MANSIONS“ von Camille Delamarre (Fr/Kanada 2013; B: Luc Besson, Bibi Naceri; K: Christophe Collette; M: Mark Bell & Trevor Morris; 98 Minuten; Start D: 05.06.2014); im Detroit der nahen Zukunft lassen sich Kriminalität und Gewalt im Ghetto Brick Mansons nicht mehr zähmen, deshalb wurde das Stadtgebiet streng mit einer gewaltigen Mauer abgeriegelt und aufgegeben. So dass dort der mächtige Drogenbaron Tremaine (Rapper RZA) nach bösestem Willen frei herrschen kann. Erst als dem Oberfiesling Nuklearsprengstoff in die Hände fällt, machen sich ein paar wackere, aber auch nicht sehr koschere Typen auf, um gegen die Unterwelt-Mafia anzutreten. Präziser: vollpullig zu kämpfen. Also loszudreschen.

„Die Klapperschlange“ von John Carpenter, der Action-Klassiker mit Kurt Russell von 1981, lässt ebenso grüßen wie der französische Radaufilm „Ghettogangz – Die Hölle von Paris“ (bzw. auch: „Banlieu 13 – Anschlag auf Paris“) von Pierre Morel aus dem Jahr 2004 (= Produzent: Luc Besson). Nach New York („Die Klapperschlange“) und Paris dürfen nun Teile vom verfallenden Detroit schauderhaft „glänzen“. (Derzeit eine der Verbrechenshochburgen der USA). Wenn der Mob hier seinen Hauf-mächtig-drauf-Zirkus zelebriert. Denn einzig darum geht es, als sich der desillusionierte Undercover-Cop Damien (PAUL WALKER) anschickt, zum einsamen Rächer zu mutieren. Und zu gewaltiger Hochform aufläuft.

Ihm zur Seite schwingt ein zappliger, aber äußerst gelenkiger Ex-Knacki namens Lino mit (DAVID BELLE; war schon beim französischen Original und bei dessen – bei uns – „DVD“-Fortsetzung mit dabei), dessen Energie und Akrobatik beeindruckt. Jedenfalls flitzt DER über Wände, Treppen, Dächer und schwingt sich über Geländer und überhaupt Hindernisse jedweder Art hinweg, als befände er sich mitten im Peking-Oper-Taumel. Der wendige wie muskulöse Lino hat es ebenfalls auf den Oberdrecksack Tremaine abgesehen, weil der ihm seine Freundin geklaut hat. Zusammen ist man noch geil-stärker, der spätpubertäre Krawall kann losgehen.

Männer, die sich – auch sprachlich – schinden und schon mal mit Betonklötzen, Ziegelsteine, Ketten und Seile hantieren, aber natürlich auch mit Waffen locker umzugehen verstehen; Frauen, die optisch ihre Fantasien darstellen (und sich dabei auch schon mal mächtig die Fresse bekriegen) und ein Pate, der sich als begeisterter Hobby-Koch entpuppt und als fadenscheiniger Sozialrevoluzzer tönt (mit Verweis auf das gierige, schon vor den Toren wartende Immobilien-Spekulanten-Pack, das über den korrupten Bürgermeister profitable Baugeschäfte wittert, sobald im Ghetto alles „aufgeräumt“ ist) – dienen der versifften Story als Spannungsfundament.

„Brick Mansions“ ist aber kaum mehr als eine Wie-gehabt-Action-Mucke mit den üblichen Zutaten. Und nur deshalb überhaupt etwas „Besonderes“, weil wir hier den letzten kompletten Auftritt des kalifornischen Action-Schauspielers Paul Walker sehen, der aus den „Fast & Furious“-Filmen bekannt ist und am 30. November 2013 im Alter von 40 Jahren bei einem Autounfall verstarb. Als Damien ist er unverwundbar und sorgt hier routiniert-aggressiv für die brutale Wiederherstellung der Ordnung. Für das Amen im Genre-Tümpel (= 2 PÖNIs).