THE BOSS

THE BOSS“ von Ben Falcone (Co-B, Co-Produzent + R; USA 2015; Co-B: Melissa McCarthy, Steve Mallory; K: Julio Macat; M: Christopher Lennertz; 99 Minuten; Start D: 21.04.2016); SIE ist eine pfundige Clown (= schöner deutsch, ich weiß), eine prächtige Komikerin, eine flotte und überhaupt nicht auf den Mund gefallene biestige Schauspielerin. 2012 erhielt sie für ihren köstlich-frechen Part in „Brautalarm“ eine „Oscar“-Nominierung. Die Rede ist von der angesagten MELISSA McCARTHY, die zuletzt in lockeren Späßen wie „Spy – Susan Cooper Undercover“ (s. Kino-KRITIK) und „Tammy – Voll abgefahren“ prima-großmäulig mitmischte. Hier präsentiert sie sich sozusagen mit einer Familien-Produktion, denn während die 45jährige das Drehbuch mitverfasste, als Co-Produzentin mitwirkte und die Hauptrolle übernahm, lenkte und leitete ihr Ehemann, Schauspieler und Regisseur BEN FALCONE, das komödiantische Geschehen.

Um eine taffe Lady: Michelle Darnell. Die als Waisenkind nie Anerkennung fand und sich schwor, eines erwachsenen Tages „ganz groß“ herauszukommen. Als wir in den Film richtig einsteigen, ist sie als Finanz-Mogulin mit Rothaar-Perücke schwerreich, füllt als Motivatorin Hallen und erweist sich als Power-Knaller wie vergleichsweise Oprah Winfrey. Ihr Gegenspieler ist der frühere abgewiesene Lover und Industrielle Renault (PETER DINKLAGE, genau, der „Tyrion Lennister“ aus „Game of Thrones“; hier: herrlich ironisch, auch im Schwertkampf), der sie anschwärzt, so dass Michelle wegen Insiderhandels im Knast landet und sich danach „neu erfinden“ muss. Was dieser urigen Dampfwalze mit herrlicher Kodderschnauze natürlich – nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten – gelingt, unter Mithilfe ihrer ehemaligen Assistentin Claire (KRISTEN BELL) und deren pfiffiger Tochter Rachel. „Kekse“ lautet das neue Verkaufsmotto, begleitet von wild-trainiertem und „düster“ motiviertem Pfadfinder-Nachwuchs. Ein Brownie-Imperium wird vehement anvisiert. Dabei kloppen sich schon mal die Generationen urig-heftig-deftig. Letztlich geht es im Grunde um eine tüchtige, pfiffige „american dream“-Frau, die sich privat schwer tut, engere Gefühle zuzulassen. Also muss sie einige chaotische Umwege ansteuern, um endlich im wohligen, sprich familiären Gefühlshafen anzukommen.

Natürlich: Eine peppige One-Woman-Show dieser grandiosen Kracher-Furie MELISSA McCARTHY. Die die Unterhaltungszügel clever anführt, mit amüsanten wie frechen Pointen knackig-komisch umzugehen weiß, um genau auf d i e Unterhaltungsschiene zu gelangen, die nach einem gestressten Tag für kurzweiligen Kino-Spaß sorgt. Mit vielen Ablach-Möglichkeiten. Vor allem auch über Anzüglichkeiten unterhalb des Kinns.

Und: Mit begleitenden Getränken wird diese Heiterkeits-Performance auch immer komischer (= 3 ½ PÖNIs).