Black Dahlia Kritik

BLACK DAHLIA“ von immerhin Brian De Palma (USA/D 2006; 121 Minuten; Start D: 05.10.2006). Der heute 66jährige hatte sich EINST mir erstklassigen Spannungsfilmen wie „Carrie – Des Satans jüngste Tochter“ (1976), „Dressed To Kill“ (1980) „The Untouchables – Die Unbestechlichen“ (1986) sowie auch dem ersten „Mission Impossible“-Film (1996) einen guten Namen als erstklassiger Genre-Regisseur gemacht. In letzter Zeit aber „schwächelt“ der Hitchcock-Verehrer mit lauen Movies wie „Mission To Mars“ (2002), „Femme Fatale“ (2002) und jetzt-hier: Knapp zehn Jahre nach dem hochgelobten Thriller „L.A. Confidential“ adaptierte nun De Palma einen weiteren JAMES-ELLROY-Krimi-Klassiker über Los Angeles.

De Palma kommt mit seiner Noir-Version nicht annähernd in die atmosphärische Nähe/Stärke des Romans. Der Plot besteht aus unzähligen Irrungen/(Ver-)Wirrungen, aus Ungereimtheiten, belanglosen Täuschungen wie Unklarheiten. Für einen Krimi – tödlich (langatmig wie langweilig). Dazu „stimmen“ die Darsteller nicht: JOSH HARTNETT („Black Hawk Down“) kommt viel zu traurig-unbeweglich-blässlich daher, eine Luftnummer von Cop; sein Partner AARON ECKHART als Ex-Boxer-Strahlemann war neulich in „Thank You For Smoking“ um klassen-überzeugender. Aber auch auf der weiblichen Promi-Seite „funktioniert“ die erotische Spannungschose überhaupt nicht: SCARLETT JOHANSSON („Match Point“, „Lost In Translation“, „Das Mädchen mit dem Perlohrring“) wirkt viel zu jung wie beliebig als Femme-Fatale-Blondchen, während die 2fache „Oscar“-Preisträgerin HILLARY SWANK („Million Dollar Baby“, „Boy´s Don´t Cry“) als verruchte Dunkel-Lady bemühte/angestrengte Lächerlichkeit ausstrahlt.

Alles ist fade: Die Geschichte um Korruption, Loyalität und Gewalt im Nachkriegs-Hollywood bleibt stupide Behauptung; ein Allerweltskrimi halt; von Dichte, wahrer Atmosphäre, starken, charismatischen, erotisch-sinnlichen Figuren nichts zu entdecken. Man schaut zu…und vergisst wieder schnell (= 2 PÖNIs).