Bird Kritik

Ein Mensch leistet Außergewöhnliches. Er macht Musik wie kein zweiter. Er spielt das Saxophon mit brachialem Fieber, er “spricht“ permanent über und durch sein Instrument. Zugleich besitzt er haufenweise Schwächen. Leidet an Neurosen, ist ein Dauer-Fixer und Alkoholiker und nimmt es mit Ehe und Beziehungen auch nicht sehr genau. Er ist eben eine Ausnahme-Person, ein Künstler, für den normale Maßstäbe nicht gelten. So eine wuchtige Erscheinung, so eine ungeheure, gespaltene Persönlichkeit war “Bird“.

Gemeint ist CHARLIE PARKER, dessen leben nachzuzeichnen sich der Film „BIRD“ von Clint Eastwood (USA 1988; 161 Minuten; Start D: 13.10.1988); große und lohnende Mühe gibt. Es ist ein langer, ruhiger, sich Zeit nehmender Film und schmerzlicher Lebenslauf. In der Art einer immer näher und berührender werdenden Entdeckungsreise wird dieser Charlie “Bird“ Parker erkennbar, fühlbar, hörbar.

Forest Whitaker überzeugt in dieser schwierigen Rolle ungemein, ein Kraftpaket von Talent und Sensibilität. “Bird“ ist atmosphärisch, brillant, faszinierend. Nicht nur für Jazz-Fans ein Muss und ausgiebiger Kino-Genuss (= 4 PÖNIs).