Bastille Day Kritik

 „BASTILLE DAY“ von James Watkins (USA/Fr/GB 2014; B: Andrew Baldwin; K: Tim Maurice-Jones; M: Alex Heffes; 92 Minuten; Start D: 23.06.2016); Frankreich kann auch „Hollywood“. Das beweist uns seit vielen Action-Jahren zum Beispiel Produzent, Drehbuch-Autor und Regisseur Luc Besson (zuletzt „Lucy“, 3 x „96 Hours“; 3 x „Transporter“), das unterstreicht jetzt der „ausgeliehene“ britische Regisseur James Watkins („Eden Lake“/2008; „Die Frau in Schwarz“/2012 = s. Kino-KRITIK).

Gewalt-Eskapaden in Paris. Erhöhte Terror-Gefahr. Angst-Schüren macht die öffentliche Runde. 1.) Die „amtlich“ Beteiligten: ein „ausgeliehener“ Amerikaner, der bullige CIA-Agent Sean Briar (IDRIS ELBA); einheimische brutale, unberechenbare, hochrangige „System“-Mitglieder von Polizei und Chef-Etage, die ihr eigenes verbrecherisches Verunsicherungsspiel spielen, um dadurch viel Profit für sich bald abschröpfen zu können. Eine ausgeklügelte Miliz-Verschwörung ist im Gange. Kaum zu erkennen. Auszumachen. Personell schon gar nicht.

2.) Manipulierte „Aufständische“, linke Demonstranten, die sich in ihrem Hass auf Staat, also Politik, bestärkt sehen und diesbezüglich „lenken“ lassen. 3.) Zivilisten wie Michael (RICHARD MADDEN), ein Taschendieb der Spitzenklasse, der zufällig mit der Tasche der Aktivistin Zoe (CHARLOTTE LE BON) „in Kontakt“ kommt, in der sich eine Bombe befindet. Diese sollte ursprünglich in einem leerstehenden Gebäude zünden, dann aber kommt alles anders. Menschen werden getötet. Und plötzlich versinkt Paris ins Chaos. Währenddessen Sean inoffiziell hart daran arbeitet, weitere Anschläge zu verhindern. Nicht autorisiert und deshalb auch von den eigenen Leuten misstrauisch beäugt. Behindert.

Ein Terror-Thriller. 2014 gedreht, inzwischen leider hochaktuell. Fiktions-Marke: Es gibt keine Anständigen. Mittlerweile hat sich das Böse ausgebreitet, selbst innerhalb der eigenen Reihen. Schützen / beschützen ist fragwürdig geworden. Wir müssen uns, wir können uns nur auf Einzelne verlassen. Jedenfalls, was die Unterhaltungs-Aktionen auf der Kino-Leinwand betreffen. Sein Name: IDRIS ELBA.

Geboren am 6. September 1972 im Londoner Stadtteil Hackney. Der Vater stammt aus Sierra Leone, die Mutter aus Ghana. Der hochgeschossene Typ ist auch hierzulande aus der (im ZDF ausgestrahlten) britischen TV-Krimi-Serie „Luther“ bestens bekannt, wo er diesen obsessiven, zerrissenen Titel-Ermittler dermaßen intensiv spielte, dass er 2012 einen „Golden Globe“ dafür einheimste. 2013 spielte er im Kinofilm „Mandela – Der lange Weg zur Freiheit“ (s. Kino-KRITIK) Nelson Mandela. Idris Elba als CIA-Bulle in Paris präsentiert sich hier mit imponierender Körperlichkeit; liefert eine beeindruckende Performance ab, als Bewerbung für die Rolle des nächsten James Bond. Zeigt gute Figur. Wie er über die Dächer von Paris hetzt, besitzt hohen Artistik-Charme. Idris Elba als taffer Solo-Held kann durchaus als Nachfolger von Action-Auslaufmodellen wie Bruce Willis (61), „Arnie“ Schwarzenegger (68) oder Liam Neeson (64) aufgestellt werden. Er formuliert eine mächtige Präsenz; dampft prima nach schwarzer Wut, ist als cooler harter Hund ein Testosteron-Adliger. Ihn in diesem – natürlich logikfreien – Spannungsmarathon zu erleben, ist ein kurzweiliges Vergnügen (= 3 ½ PÖNIs).