BAD BOYS FOR LIFE

PÖNIs:   (1/5)

„BAD BOYS FOR LIFE“ von Adil El Arbi und Bilall Fallah (USA 2019; B: Chris Bremner, Peter Craig, Joe Carnahan; K: Robrecht Heyvaert; M: Lorne Balfe; 124 Minuten; deutscher Kino-Start: 16.01.2020); zwei belgische Film- und Fernsehregisseure, die bisher die Spielfilme „Image“ (2014), „Black“ (2015) und „Patser“ (2018) und die ersten beiden Folgen der TV-Serie „Snowfall“ (2017) hergestellt haben und demnächst auch die Spielleitung bei „Beverly Hills Cop 4“ (mit Eddie Murphy) übernehmen, wurden für die dritte „Bad Boys“-Produktion verpflichtet. Wir erinnern uns: Am 1. Juni 1995 lief in unseren Lichtspielhäusern der Action-Streifen „Bad Boys“ von Michael Bay an. In den Hauptrollen: WILL SMITH und MARTIN LAWRENCE als Miami-Drogenfahnder Mike Lowrey und Marcus Burnett. Während das „Lexikon des Internationalen Films“ urteilte: „Ein missglückter Versuch, der das Dilemma eines ganzen Genres offenbart, zwischen irrwitzig schnellen Action-Teilen viel Handlungszeit überbrücken zu müssen“, stand in „Cinema“: „‚Transformers‘-Regisseur Michael Bay lässt es auch in seinem Debüt schon ordentlich krachen, coole Sprüche gibt es extra. Fazit: Kein Charakterkrimi, aber saucoole Action“. Der Film wurde besonders durch die Einspielergebnisse in Europa (achtfache Herstellungskosten-Einnahmen) für Will Smith zum Sprungbrett für seine Karriere als internationaler Star. Am 9. Oktober 2003 folgte die Leinwand-Fortsetzung: „Bad Boys II“ von Michael Bay. Mit derselben Hauptrollen-Besetzung. Auch hier waren die Kritik-Meinungen diametral: Action-Show-Werte hui, zum anderen bescheinigten zahlreiche Rezensenten dem Streifen eine enorme Menschenverachtung, Inhumanität und Pietätlosigkeit, wie sie das Mainstream-Kino bisher nicht erreicht hatte: „Auch wenn die Actioneffekte in manchen Teilen schön anzusehen sind, so überwiegt doch die Wut über diese vollkommene Volksverdummung, die der Film anscheinend vermitteln will“ („Moviemaze.de“).

Nun also das Tripple. 2020. Dieselben Hauptakteure treten noch einmal in den Action- und Hau-Drauf-Schieß los-Ring, um Bösewichte zu eliminieren. Dabei ziert sich Marcus Burnett (Martin Lawrence) lange Zeit. Er fühlt sich alt, ausgebrannt und mehr-Familien-interessiert. Will eigentlich nicht mehr mitmachen. Ganz im Gegenteil zu Mike Lowrey (Will Smith), der immer noch brennt. Wenn es um die Jagd und das fiebrige Niedermetzeln von Schurken geht. Also erleben wir: zwei legale Bullen auf – eigentlich – illegalem Terrain. Dabei kommt Lowrey-Smith fast zu Tode. Fast. Was nach seiner Genesung natürlich besonders motiviert, die Jetzt-erst-RECHT-Law and Order-Haltung einzunehmen. Zusammen. Gemeinsam. Um alles nieder zu nieten, was überhaupt erreichbar ist. Sich diesem „Gerechtigkeits-Kreuzzug“ der Cops in den Weg stellt. Dazu, natürlich, werden während der Massaker – vor allem in der letzten halben Stunde – lockere Sprüche eingeflochten, die tatsächlich komisch sind. Und dem bösen Ganzen eine Art „Comedy-Atmo“ überstülpen. Sollen. Was nicht gelingt.

„Bad Boys III“ ist ein verlogenes Bastard-Movie, dessen Gewalt-Exzesse anekeln und dessen Verbal-Ulk dies nicht ändern/auszugleichen vermag (= 1 PÖNI; für manch gelungene Action-Stunts).

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