Arthur und die Minimoys Kritik


ARTHUR UND DIE MINIMOYS“ von Luc Besson (FR 2006; 94 Minuten; Start D: 25.01.2007); einem der kreativsten wie produktivsten französischen Filmemacher (als Produzent, Drehbuch-Autor, Regisseur). Der 1959 in Paris geborene Besson hat sich in Europa sowie international mit Genre-Filmen wie „Der letzte Kampf“ (1983), „Im Rausch der Tiefe“ (1988), „Nikita“ (1990), „Leon – Der Profi“ (1994), „Das Fünfte Element“ (1997), „Taxi“ (1998) und zuletzt „Angel-A“ (2005) einen Klasse-Namen gemacht. Bislang weniger bekannt war, dass Luc Besson auch erfolgreiche Kinderbücher schreibt, die er jetzt nacheinander verfilmt.

Dabei im Mittelpunkt: Der 12jährige Arthur, der auf dem Land bei seiner tüttligen Großmutter (MIA FARROW, „Rosemaries Baby“/die einstige Woody-Allen- Muse ist mal wiederzusehen) lebt. Insgesamt ist ARTHUR ein 6stündiger Film in 3 Teilen, jetzt also der wunderbare erste, entstanden in fünfjähriger Kreativ-Arbeit und mit Produktionskosten von rd. 85 Millionen Dollar der teuerste europäische Real-Animationsfilm. Story: Oma ihr Klein-Schulden-Häuschen auf dem schönen Land ist in Gefahr, ein Immobilienhai hat schon seine gierigen Krallen ausgefahren. Doch da sei/ist ihr kleiner Enkel vor, tapfer begibt er sich auf die ebenso abenteuerliche wie spannende wie schön-fantasievolle Suche nach einem Schatz, den sein Opa angeblich im Garten versteckt haben soll. Dafür allerdings muss er in das kleine, krümelgroße Königreich des Elfenvolkes der Minimoys eintauchen, das sich im bzw. unterm Grundstücks-Gras befindet/eingerichtet hat. Und wo es auch ziemlich kriegerisch-bedrohlich zugeht. Natürlich: Der Stecknadel-Disney-Spaß-Klassiker „Liebling – Ich habe die Kinder geschrumpft“ (von 1989) winkt ebenso von ferne wie „Mikrokosmos“, der großartige französische Dokumentarfilm (von 2001) mit dem Detail-Leben im tatsächlichen Grün. Auch wird z.B. bei „Stars Wars“/“Harry Potter“ liebevoll-augenzwinkernd geklaut, dennoch ist dies hier ein ganz eigenes, lebhaft-tolles, vorzüglich unterhaltendes Märchen-Stück Familienkino entstanden.

Die Minimoys, abgeleitet vom französischen „Mini-Moin“, also „Mini-Ich“, haben nichts mit der Süße, dem Pathos und der Sentimentalität von Disney-Figuren zu tun, sondern sind ganz eigenwillige, frisch-fröhlich-kesse Däumlinge. Deren erotische Ausstrahlung, siehe die so gar nicht prinzessinnenhaft auftrumpfende, eigenwillige Prinzessin Selenia, auch Arthur in pubertäre Aufregung versetzt. Ein gelungener Spaß: Rundum unterhaltsam, nie langweilig werdend, immer mit hübschen, rasanten, verblüffenden Einfällen/Ideen hinreißend spielend. Eine phantastische Show. Mit einem tollen Prima-Klein-/Real-Hauptakteur-Typ: FREDDIE HIGHMORE.

Der 1992 in London geborene Bursche überzeugte bereits in Filmen wie „Wenn Träume fliegen lernen“ + „Charlie und die Schokoladenfabrik“ (2004/2005; beide Male neben Johnny Depp). In der englischsprachigen Version sind die Stimmen von Madonna, David Bowie, Snoop Doog und Robert De Niro hören. In der deutschen haben „Tokio Hotel“-Sänger BILL KAULITZ, NENA, Oliver Rohrbeck, Dagmar Heller sowie die Profis Frank Glaubrecht (Al Pacino) und Christian Brückner (Robert De Niro) das fröhliche Sagen (= 4 PÖNIs).