Arschkalt Kritik


ARSCHKALT“ von André Erkau (B+R; D 2010; 90 Minuten; Start D: 21.07.2011); nein, das ist Murks. Bestimmte deutsche Filme – nämlich ganz-ganz doofe Filme – sollten nun wirklich nicht die hiesigen Leinwände behelligen. Doof sowohl in der Geschichte wie auch in den Figuren wie auch in der Inszenierung. Der Reihe nach: Der Dortmunder Autoren-Regisseur bekam 2008 für seinen Kinolangfilm „Selbstgespräche“ den „Max Ophüls Preis“ und das Prädikat „Besonders wertvoll“ von der Filmbewertungsstelle. Mich hat damals schon dieser Film kaum erreicht (s. „Kinokritik„).

Sein 2. Langfilm aber plumpst von Anfang an weg. Kalt weg. Ich lerne, über erklärendes Off-Gesäusel („Manchmal wünschte ich, ich wäre ein Fischstäbchen“), einen Nur-Ekel-Typen kennen. Der ist nur gefrustet, nur angewidert, nur stinkig. Ständig. Wieso soll ich mich mit dem – und seinem Schicksal – befassen, irgendwie näher identifizieren? Ach so ja, weil irgendwann vielleicht sich dann doch „der Mensch“ herauskratzt? Doch DAS kann dauern. Denn zunächst ist Rainer Berg (HERBERT KNAUP) nur damit beschäftigt, herumzurotzen. Rainer fährt Tag für Tag Tiefkühlkost durch die norddeutsche Provinz. Wo offensichtlich selbst die Oma gleich riesige Mengen von dieser Fischzufuhr bestellt, braucht, benötigt. Aber sehen wir mal darüber hinweg. Faucht dabei selbst die Kunden herbe an. (Von solch einem ewigen Miesepeter würde ich mir nix liefern lasen; aber lassen wir das mal hingestellt).

Wir erfahren, dass dieser Typ das Familienunternehmen in die Pleite gefahren hat und nun als „Fahrverkäufer“ mehr schlecht als recht über die Runden kommt. Weil er seinen Vater in einem ebenso teuren wie luxuriösen (= Presseheft) Altersheim untergebracht hat. Wo es übrigens aber nur eine einzige Pflegeschwester zu geben scheint, aber denken wir das mal weg. Dass die Firma putt ist, hat er Papa natürlich nicht gesagt. Weil sonst Stress angesagt wäre. Und DEN will Dauerpaffer Rainer um alles in der Welt vermeiden („Früher oder später würde ich zwar in der Pfanne landen, aber bis dahin hätte ich wenigstens meine Ruhe“/O-Ton-Fortsetzung von oben). Dann setzt ihm die neue Nett-Chefin einen tölpeligen Naiv-Typen mit auf den Wagen. Den Kollegen Tobias Moerer (JOHANNES ALLMAYER). Eine permanente Frohnatur. Und DER geht dem Rainer vielleicht auf den Sack. (Und uns auch). Lange Zeit. Gaaanz lange Zeit. Doch was sich lange auf den Sack geht, mal zynisch, mal plump, das „weicht“ dann doch irgendwann mal auf…

Was für ein schaler Blödsinn. Eindimensionale Figuren, eine langweilige Szenerie, vorwiegend visuelle Grauigkeit, vergnügungsloses Klischee-Getue und permanentes Dumm-Geplärre. Nichts ist hier annähernd interessant, spannend, also unterhaltend. Stattdessen schwerfällige, angestrengte, langweilige TV-Film-Öde wohin man schaut. Und dialoglastig vernimmt. „Arschkalt“ ist nur arschdoof (= 1 PÖNI).