ARETHA FRANKLIN: AMAZING GRACE

PÖNIs: (4/5)

„ARETHA FRANKLIN: AMAZING GRACE“ von Alan Elliott und Sydney Pollack (USA 1972/2008; B + Schnitt: Jeff Buchanan; 89 Minuten; deutscher Kino-Start: 28.11.2019); 1972 steht ARETHA FRANKLIN (*25.03.1942 – †16.08.2018) im Zenit ihrer Karriere. Doch nach 20 Studio-Alben und elf Nummer 1-Hits, beschließt die „Queen of Soul“ zu ihren musikalischen Wurzeln zurückzukehren: In der New Temple Missionary Baptist Church in Watts, Los Angeles, gibt sie zusammen mit dem Southern California Community Choir und der Gospel-Legende Reverend James Cleveland zwei Konzert-Abende und lässt einen Mitschnitt für das Live-Album aufnehmen. Das Ergebnis: „AMAZING GRACE“ ist bis heute das meistverkaufte Gospel-Album aller Zeiten. Festgehalten wurden die Konzerte damals von einem Filmteam unter der Regie von Sydney Pollack. Aufgrund technischer Probleme und späterer juristischer Auseinandersetzungen wurden die Aufnahmen jedoch nie öffentlich gezeigt.

2008 gelang es dem Filmemacher Alan Elliott den Film zu restaurieren. Doch Aretha Franklin verhinderte 2011 und 2015 per Gerichtsbeschluss Aufführungen. Erst nach ihrem Tod stimmte die Familie denen zu. Am 12. November 2018 lief der Film erstmals beim Dokumentarfilmfestival „Doc NYC“ in New York City. Bei der diesjährigen Berlinale war er der außer Konkurrenz laufende Abschlußfilm.

„AMAZING GRACE“ ist mehr als „nur“ ein Film über ein Konzert. Er ist die Manifestation eines der größten Gesangstalente des vorigen Jahrhunderts. In einem Erlebnis, bestehend aus purer Soul-Energie. Inmitten eines mitreißenden musikalischen Gottesdienstes. Als faszinierendes Zeit-Dokument. Noch nie ist man Aretha Franklin so (haut-)nahe gekommen. In einer Performance zum Genießen. Im „Tagesspiegel“ hieß es im Frühjahr: Der Film „dokumentiert einen magischen Moment der Popgeschichte“. Und der „Stern“ lässt aktuell zum Kinostart des Films ausrichten/verlauten: „Gott ist eine Frau.“ (= 4 PÖNIs)

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