Angel-A Kritik


ANGEL-A“ von Luc Besson (B, R+Prod.; FR 2005; 91 Minuten; Start D: 25.05.2006); ist eine SCHWARZ-WEISSE Liebeserklärung an PARIS. Erinnert motivhaft an den Wim-Wenders-Klassiker „Himmel über Berlin“ (1986/87) und erzählt eine gar absonderliche, „theatralische“ Buße-Geschichte eines moralischen Sünders: Kleiner, arabischstämmiger Ganove, mit zerfleddertem Äußeren, Knubbelnase und nur einem Arm, sieht keinen anderen Ausweg mehr als sich umzubringen. Gerade als er sich von einer Brücke stürzen will, tritt Angela in sein Leben. Die ist langbeinig, wunderbar blond, besitzt einen Modellkörper und will ebenfalls von dieser Brücke springen. Er ist sauer wie hilfreich und wird SIE fortan nicht mehr los. Was nicht verwundert, ist sie doch „wirklich“ ein Engel, ein SCHUTZENGEL, der „im Auftrag“ handelt. Er ist ungläubig, irritiert, überrascht, gerührt.

„Romeo und Julia“ einmal ganz anders: Frech, ironisch, überhöht, subversiv, schön. Ein Geschlechter-Duell der Superlative: Der schwache Kerl und die starke Frau. Sowohl optisch wie verbal pointiert auf den Punkt gebracht; mit lockeren Sprüchen, wunderschönen Paris-Bildern, kessen Gedanken und märchenhaft-schmutzigen Ideen. Und: Mit zwei erstklassigen „Duellisten“ in den Hauptrollen: RIE RASMUSSEN, das dänische Ex-Modell (Debüt in „Femme Fatale“ von Brian De Palma/2002), und dem 1976 in Marokko geborenen JAMEL DEBBOUZE (gesichtsbekannt aus „Die fabelhafte Welt der Amelie“; „Asterix & Obelix: Mission Kleopatra“). Wie die sich „die Bälle“-hier zuspielen, ist schon prickelnd, amüsant, aufregend. Der 10. Film des 1959 in Paris geborenen Multi-Talents Luc Besson („Der letzte Kampf; „Im Rausch der Tiefe“; Leon – Der Profi“; „Das Fünfte Element“; „Johanna von Orleans“) ist einer der ungewöhnlichsten Spannungsfilme der letzten Zeit; ein Muss für Cineasten & Friends (= 4 PÖNIs).