A Million Ways to Die in the West Kritik

A MILLION WAYS TO DIE IN THE WEST“ von + mit Seth MacFarlane (Co-B, Co-Produzent, Hauptdarsteller; USA 2013; Co-B: Alec Sulkin, Wellesley Wild; nach dem gleichnamigen Roman von Seth MacFarlane; K: Michale Barrett; M: Joel McNeely; 116 Minuten; Start D: 29.05.2014); sein Debütfilm hat ja im Sommer 2012 mächtig eingeschlagen und wird demnächst (angekündigt: im Juni 2015) eine Fortsetzung bekommen – „Ted“. Oder: Ein Teddybär wird lebendig. Frech, anzüglich, zotenreich, schön prollig. Wer also wissen will, wer dieser heute 40jährige US-Allrounder SETH MacFARLANE ist, dem empfehle ich den Eingangstext zu seinem schrägen „Ted“-Movie (s. Kino-KRITIK).

Nun hat der Präsentator der 85. „Oscar“-Zeremonie (am 24. Februar 2013) sich bei seinem zweiten Spielfilm-Erguss auch noch selbst vor die Kamera gestellt, was der Unterhaltungschose hier überhaupt nicht bekommt. Selten hat sich ein kreativer Geist physisch so lächerlich auf der Großbildkinowand gemacht. Präsentiert.

Der originale deutsche Titel ist Programm: Der amerikanische Westen anno 1882. Seth MacFarlane mimt einen spinnerten feigen Schafhirten in irgendeinem Arizona-Kaff. Albert. Der quatscht unendlich viel und dämlich, brüstet sich, noch nie eine Waffe benutzt zu haben und ist perplex, als sich seine Freundin Louise (AMANDA SEYFRIED; wird auch immer beliebiger) „daraufhin“ von ihm trennt. Stichwort: „Zu wenig Macho“, der Typ. Also heult er sich beim Kumpel Edward (GIOVANNI RIBISI) aus, der selber gefühlstechnische Probleme hat, denn dessen Freundin rammelt zwar rund um die Uhr und „gut hörbar“ im Saloon-Puff, will aber partout mit ihm keinen Sex. Vor der Ehe. Zwei Kerle als Dumpfbacken. Dann taucht Anna (CHARLIZE THERON! oder?) auf, die Braut des obersten Region-Schurken und Revolverhelden Clinch Leatherwood (LIAM NEESON???), und verhilft dem verklemmten Schafbruder Albert zu mehr Lover-Selbstbewusstsein und Schießfertigkeit.

Zwischendurch wird, „Ted“ lässt grüßen, gefurzt, was der Arsch heraustönt; ein Schaf verirrt sich schon mal im Bordell und verdient sich 20 Dollar; bei einem Duell scheißt sich Alberts Kontrahent „umfangreich“ in die Hose beziehungsweise in den Hut. Und es wird eben viel zu geplappert. Unsäglich viel auf vermeintliche „politische Unkorrektheit“ gezielt. Aber dermaßen blöd – blöd, dass der vorgesehene Spaß völlig unkomisch auf der Lach-Strecke bleibt. Stattdessen ziehen sich „die Begebenheiten“ nur angestrengt wie uninteressant-reizlos lang und länger hin. Nur mal „Komm lass uns ficken“ zu sagen und dann anzudeuten, reicht nicht aus, um wirkliche Anarcho-Komik zu installieren. Zumal Seth MacFarlane, der am Drehbuch – nach einem selbstverfassten Roman – mit-schrieb, den Film mit-produzierte und mit sich selbst in der Hauptrolle inszenierte, absolut desolat-nervig wirkt. Sobald DER HIER auftaucht, ist lächerliche Langeweile annonciert. Und leider taucht er andauernd, also viel zu viel, auf.

„A Million Ways…“ (und so weiter) möchte so gerne toll vulgär sein und fickt sich dabei selbst aus der Scheiß-Parodie (= 1 ½ PÖNIs).