Accountant Kritik

THE ACCOUNTANT“ von Gavin O’Connor (USA 2015; B: Bill Dubuque; K: Seamus McGarvey; M: Mark Isham; 128 Minuten; Start D: 20.10.2016) die Selbstverständlichkeit des Tötens im Hollywoodkino als Handlungsmittel für Spannung und Lösung macht kirre. BEN AFFLECK mimt einen Buchhalter namens Christian „Chris“ Wolff, der autistisch veranlagt und ein Mathematik-Genie ist, und der von seinem Militär-Vater in frühester Kindheit – gemeinsam mit seinem „normalen“ Bruder – gedrillt wurde, „Unzulänglichkeiten“ zu überwinden. Als Erwachsener ist Chris zu einem stoischen Typen geworden, der als Steuerberater ein Genie ist und vom Mob gerne eingespannt wird, um „beeindruckende Zahlen“ „zu erreichen“. Privat ist er der typische Lonesome Boy, ohne soziale Kontakte, dafür mit besten Nahkampffähigkeiten ausgestattet. Und brillant schießen vermag er auch. Als die US-Steuerbehörde auf ihn aufmerksam wird, heuert der dortige Direktor Ray King (alias „Oscar“-Knautschie J. K. SIMMONS/“Whiplash“) eine unbescholtene Fahnderin an, die herausbekommen soll, was mit Chris beruflich wie überhaupt los ist.

DER bekommt einen neuen Firmenauftrag (Achtung, wie schön: JOHN LITHGOW als Unternehmens-Boss mischt mal wieder in einem Film etwas mit), bekommt es mit dem dortigen sympathischen Buchhalter-Mädel Dana (ANNA KENDRICK) dann auch etwas privat zu tun, und ansonsten wird ab sofort viel herumgeballert. Und tot-geprügelt. Auf der Gegenseite: Chris‘-Bruder Braxton.

Eine sich kompliziert gebende rüde Story, bei der J. K. Simmons als Steuerfahnder-Chef schon mal lange erläutern muss, um was es eigentlich geht und dies dann aber immer noch nicht verständlicher wird. Letztlich: Geballere. Bei dem viele böse Buben umgenietet werden. Vom pfiffigen Gestörten Chris. Der quasi „Feinde“ riecht. Gelegentlich traktiert der apathische Chris sich sogar selbst, in dem mit dem Baseballschläger auf sein Schienbein drischt. So ticken halt harte Jungs.

Keine sonderlich gute Psycho-Krimi-Show. Ben Affleck macht auf „amerikanischen Alain Delon“ („Der eiskalte Engel“), er präsentiert dies ganz ordentlich, liefert aber keinen umfangreichen Grund, sich hier einzuklinken. Ein mehr mäßiger Mittel-Krimi (= 2 PÖNIs).