Adams kesse Rippe Kritik

ADAMS KESSE RIPPE“ von Roger Vadim (USA 1988; 100 Minuten; Start D: 05.01.1989)

Eine Frau namens Robin steht auf der Straße und trampt. Dabei sieht sie so schnucklig und sexy aus, dass man sich wünscht, entgegen aller Rationalität ‚ im nächsten Bild eine Schmuseszene mit ihr zu sehen. Ein Auto hält. Aber, so will es der Zufall, im Auto sitzt der Politiker James Tiernan und der bringt Robin in das Frauengefängnis zurück, aus dem sie gerade geflohen ist. Noch bevor Robin wieder in ihrer Zelle sitzt, holt sie nach, was ihr ein halbes Jahr hinter Gittern verwehrt war. Mit einem jungen Handwerker verbringt sie laute und wilde Minuten. Und eben diesen Handwerker bittet Robin Tage später sie zu heiraten, um das Gefängnis, diesmal auf legalem Wege, verlassen zu können.

Wer nun weiß, dass Roger Vadim, der Regisseur dieses Filmes, bereits 1956 den Film “Und ewig lockt das Weib“ mit Brigitte Bardot in der Hauptrolle drehte und “Adams kesse Rippe“ eine moderne Version in Anlehnung an die alte Geschichte bedeuten soll, dem kommt einiges suspekt vor. Natürlich gibt es niemanden, der mit Wonne saugt und abwäscht und Robin schon gar nicht. Sie möchte Sängerin werden und stellt sich bei einer Agentur vor, dessen Inhaber nur kurz und treffend bemerkt:
“Singen kann sie nicht, aber sie hat ’nen prima Hintern“. Robin findet das chauvinistisch und verlässt powackelnd den Raum.
Manchmal spielt Robin mit ihrem Freund, dem Politiker, Billard und dabei klebt ihr die Kamera am Po, den sie genüsslich verdreht und das ist dann wieder ein Versprechen für eine nette, ausladende Schmuseszene. Als Robin ihre eigene Wildheit zu viel wird, geht sie zu ihrem angetrauten Mann und weint. In der 2.Folge dieses Filmes, sofern es eine geben sollte, wird sie wahrscheinlich lernen, wie lustig es ist, Bouletten zu braten.

“Adams kesse Rippe“ ist ein Sexfilm für den Voyeur in uns. Und das macht auch nichts, weil alle Beteiligten recht wohlgestaltet aussehen. Nur das dünne Geschichtchen von der anarchistischen, emanzipierten Frau, das Roger Vadim um die zahlreichen Sexszenen gebappt hat, wirkt recht albern und unglaubwürdig (= 2 PÖNIs).