DIE ABENTEUER VON MR. PEABODY & SHERMAN

PÖNIs:      (4/5)

„DIE ABENTEUER VON MR. PEABODY & SHERMAN“ von Rob Minkoff (USA 2012/2013; B: Craig Wright; M: Danny Elfman; 92 Minuten; deutscher Kino-Start: 27.02.2014); wer sagt’s denn – Tiere sind die besseren Lebewesen. Manchmal. Jedenfalls solch ein gescheiter Hund wie Mr. Peabody. Einst als Beagle in zwei amerikanischen TV-Zeichentrickserien zwischen 1959 und 1964 vom Produzenten Jay Ward und dem Zeichner Ted Key ins Leben befördert („Rocky and his Friends“ + „The Bullwinkle Show“), heute als Terrier-Mix in seinem ersten abendfüllenden Animationsabenteuer auf der Kino-Leinwand köstlich zu bestaunen. Sogar in der – hier witzigen – 3D-Technologie.

Mr. Peabody ist der klügste Hund. Nicht nur weit und breit, sondern überhaupt. Weltweit. Er kann zig Sprachen, ist Wissenschaftler, Erfinder, Nobelpreisträger, Feinschmecker und sogar zweimaliger Olympiasieger. Und sicherlich noch einiges mehr. Doch privat war dieses tierische Genie einsam. Bis er den Waisenjungen Sherman entdeckte. Und, genehmigt vom Gericht und vom Präsidenten persönlich, adoptieren durfte. Seitdem sind sie ein Team: „Papa“ Mr. Peabody und Boy Sherman. Und düsen mit dem von Mr. Peabody erfundenen ZEITOMAT des Öfteren durch die Historie. Erleben und genießen heiße Abenteuer. Bei Freunden wie Van Gogh oder Einstein (im Original gesprochen von Mel Brooks). Oder platzen mitten hinein in die Französische Revolution um Robespierre & Konsorten, wo Peabody es sogar aufs Schafott schafft, ihm aber dank seiner Cleverness plus den formidablen Fechtkünsten natürlich nichts geschieht. Im Gegensatz zur verfressenen Königin. Aber dann wird es ernst. Für Sherman. Sein erster Schultag steht an. Und nach blöden Stänkereien und Hänseleien seiner taffen Klassenkameradin Penny („Du Hündchen“) flippt Sherman ein wenig aus. Was fortan für reichliche Aufregungen sorgen soll. Von wegen – jetzt sitzt auch Penny mit im Zeitomat. Wenn es zurück zu den alten Ägyptern geht, wo Penny sogar als Pharao-Braut gehandelt wird, oder hin zum Peabody-Freund Leonardo Da Vinci, der gerade Schwierigkeiten damit hat, seine Mona Lisa zum Lächeln zu bringen. Oder wenn sie im antiken Troja zwischenlanden, wo Sherman plötzlich ein hölzernes Pferd geschenkt bekommt. Und zum Krieger ernannt wird. Natürlich wird auch Präsident Abraham Lincoln bei diesen Touren mit-eingebunden, aber dann landen sie alle wieder im Heute. Auch sämtliche historischen Figuren. Wo eine dickliche wie fiese Miss Grunion vom Jugendamt schon „sabbernd“ darauf wartet, endlich die gewachsene Gemeinschaft von „Hunde-Vater“ und „Menschen-Sohn“ amtlich zerstören zu können.

ROB MINKOFF, der „König der Löwen“-Co- sowie der zweimalige „Stuart Little“-Regisseur, hat ein herrliches Schmunzel-Vergnügen entstehen lassen. Sicherlich in der Erkennung der historischen Figuren und Ereignisse und zeitlichen Anspielungen für ganz kleine Kinder nicht so spaßig und pointiert zu verstehen, zu begreifen wie für Ältere, aber insgesamt in Schwung, Jux und Animationsatmosphäre eine pure Spiel-Spaß-Freude-Show. Als buntes und optisch uriges Familienprogramm. Als poppiger Geschichtsunterricht. Von wegen den vielen lustigen Kulturschocks. Mit Lern-Charme: „Don’t worry, be ‘mehr‘ happy“. Begreift der kluge Hund. Und Vater. Wenn sein ebenfalls lustige Brille tragender Filius wieder mal das neugierige Kind austobt. Immer nur alles zu wissen, perfekt zu sein, ist keineswegs das Gelbe vom (Lebens-)Ei.

Wir können uns mal wieder geistreich amüsieren: „Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman“ sind ein auch kopftolles Lecker-Vergnügen (= 4 PÖNIs).

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