A TOY STORY: ALLES HÖRT AUF KEIN KOMMANDO (2019)

PÖNIs:      (4/5)

„A TOY STORY: ALLES HÖRT AUF KEIN KOMMANDO“ von Josh Cooley (USA 2016-2019; B: Stephany Folsom, Andrew Stanton; Story: John Lasseter, Rashida Jones, Will McCormack, Valerie LaPointe, Martin Hynes; K: Patrick Lin; Beleuchtung: Jean-Claude Kalache; M: Randy Newman; 100 Minuten; deutscher Kino-Start: 15.08.2019); als am 21. März 1996 der Trickfilm „TOY STORY“ in die hiesigen Kinos kam (s. Kino-KRITIK), war dies insoweit eine kinematographische Sensation, da es sich hier um den ersten komplett programmierten Animationsfilm in der Filmgeschichte handelte. Spielleiter JOHN LASSETER wurde mit einem „Oscar“ für eine „Besondere Leistung“ bedacht. 1999 kam „Toy Story 2“ in die Lichtspielhäuser und avancierte ebenfalls weltweit zu einem Riesen-Erfolg. Zweifach „Oscar“-prämiert wurde schließlich „Toy Story 3“ (s. Kino-KRITIK), für „Animation“ und „Bestes Original-Lied“/“We Belong Together“ von Randy Newman, der ab 29. Juli 2010 bei uns die Kinos eroberte.

Damit, so schien es, waren die Abenteuer des lebendigen Spielzeugs um u.a.: die Cowboy-Puppe WOODY, den Astronauten-Kraftkerl BUZZ LIGHTYEAR und den sensiblen Dinosaurier REX („The Panic is attacking me!“) gegessen. Doch die Animationsschmiede PIXAR, die inzwischen zum Disney-Imperium gehört, kriegt jetzt tatsächlich einen weiteren – vierten – Teil beeindruckend hin. Ohne Wiederholungs-Schmus und Fortsetzungs-Langeweile, sondern originell, witzig, hintergründig. Motto: Der Kosmos von Woody – Originalstimme: TOM HANKS; deutsche: MICHAEL „Bully“ HERBIG – und Spielzeug-Kompagnons ist längst noch nicht ausgereizt.

Aber: Jetzt galt es, mehr mit einer kitzligen, pikanten Geschichte zu imponieren als mit der Optik – denn dass DIE inzwischen ein PIXAR-Qualitäts-Hit ist, also fantastisch täuschend-echt wirkt, ist hinlänglich bekannt. Was man dort trick-technisch anpackt und visuell zelebriert, läuft meistens auf höchstem Bild-und Spaß-Niveau. So auch hier wieder bei der Computer-Animations-Wucht von „Toy Story 4“.

Wie war das zuletzt, vor 9 Jahren? Mensch Andy, erwachsen geworden, übergab seine Toys der kleinen Bonnie aus der Nachbarschaft. Woodys Freundin Porzellinchen dagegen wurde an ein anderes Kind verschenkt. Was Woody nicht leicht gefallen ist zu akzeptieren. Zudem: In seinem neuen Kinderzimmer – „Me Too“ ick hör‘ dir grüßen – hat die niedlich-selbstbewusste Puppe Dolly das Sagen. Und dann auch noch dies: Die eher schüchterne Bonnie kommt nach ihrem ersten Tag im Kindergarten mit einem neuen, selbst gebastelten Spielzeug nach Hause und erklärt es zu ihrem Liebling. Der Favorit ist ab sofort: Forky. Bestehend aus einer Mischung aus Plastikgabel und Löffel. Mit roten Schnüren um den „Hals“. Das Problem: Forky, ein chaotischer Göffel in der Identitätskrise, hält sich nur für Müll und springt ab sofort in jeden erreichbaren Abfalleimer. Hat sich damit abgefunden, nichts „wert“ zu sein. So dass Woody permanent damit zu tun hat, ihn umgehend dort wieder „herauszuholen“. Und neu zu positionieren. Damit sein kleines Menschenkind Bonnie glücklich bleibt. Für den Cowboy brechen stressige Zeiten an. Dies kommt anfangs ein wenig zäh ‘rüber, kriegt aber bald den vollen Schwung. Hin zu einem pointierten Spaß-Potpourri.

Denn, das Road-Movie startet: Ab sofort geht es nach draußen. Die Menschen-Family befindet sich auf einem Ausflug, als Forky abhaut. Natürlich muss Woody hinterher. Schließlich soll Bonnie nicht trauern. Was bedeutet: Jetzt springen wir bei „Toy Story 4“ in ein ironisch-temperamentvolles und optisch meisterlich entwickeltes „Krimi“-Fantasy-Abenteuer. Und lernen höchst unterschiedlich geartete neue Puppen kennen: ebenso gemeine wie helfende. Dabei auffallend: ein angeberischer, aber gutmütiger kanadischer Motorrad-Stuntman namens Duke Caboom (köstlich = KEANU REEVES/Michi BECK); die listige Gabby Gabby, deren fiese Bensons-Bauchredner-Armee aussieht wie aus dem (abgeschwächten) „Chucky“-Mörderpuppen-Universum; oder die plüschigen Neulinge Bunny & Ducky, die mit ihren frechen Angeber-Sprüchen und coolen Hip-Pop-Bewegungen für hübsche Schmunzel-Laune sorgen und deren Pläne, eine ältere Antiquitäten-Händlerin in ihrem Laden zu foppen, geradezu genial-gaga sind. Zudem stellt sich natürlich die bewährte Truppe um die Woody-Freunde Buzz Lightyear, Slinky Dog, Charlotte Naseweis oder der stets verängstigte Dino Rex (WALLACE SHAWN/RICK KAVANIAN) sowie all‘ die anderen Toy-Bekannten ganz in den Dienst der feurig-pfiffigen Rettung von Bonnies Forky-Göffel.

Man hat sich viel einfallen lassen bei dieser fantastischen „Toy Story“-Weiterführung. Auch und vor allem in Richtung Ende. Wo es einerseits sympathisch „tränerisch“ zugeht, andererseits mit einer wunderbaren Schlusspointe die bunte, einfallsreiche, sehr unterhaltsame Chose prima abgerundet wird. Würde mich nicht überraschen, der Toy Story-Show demnächst weiter zu begegnen. Dieser Reihen-Spaß mit superber Spielzeug-Performance scheint längst noch nicht beendet von wegen – Puppen sind oft und bleiben im Grunde cleverer, lustiger und: menschlicher. Als selbige. Wie schön (= 4 PÖNIs).

Teilen mit: