24 Stunden in seiner Gewalt Kritik

Wenn Michael Cimino einen neuen Film gemacht hat, ist Neugier angesagt. Immerhin stammen von ihm Filme wie “Die letzten beißen die Hunde“, “The Deer Runter – Die durch die Hölle gehen“ oder „Heaven‘s Gate“. Und wenn Mickey Rourke sein Hauptakteur ist, der durch Filme wie “American Diner“, “Angel Heart“ oder “Barfly“ populär wurde, kann eigentlich nichts
schiefgehen Doch dessen neuester Streich
24 STUNDEN IN SEINER GEWALT“ von Michael Cimino (USA 1990; 105 Minuten; Start D: 31.01.1991); ist ein Flop. Das Remake von „An einem Tag wie jeder andere“ von William Wyler von 1955 ist total misslungen.

Die nach einem Roman und dem Bühnenstück von Joseph Hayes gedrehte Geschichte um drei flüchtige Gangster, die sich in einem bürgerlichen Vorort bei einer zerstrittenen, wohlhabenden Villa-Familie einnisten, war vor 35 Jahren dank hervorragender Schauspieler wie Humphrey Bogart und Frederic March überzeugend. Da knisterte es, wenn die moralischen Gegensätze von Verbrecher und Bürger aneinanderprallten. Doch in der aktuellen Inszenierung ist davon nichts zu spüren. Sie ist inhaltlich und darstellerisch völlig unglaubwürdig und schlecht. Eine angebliche Anwältin wird wie ein verblödetes, teures Call-Girl vorgeführt, die Polizei-Chefin spielt nur “hysterische Kuh“ und Mickey Rourke chargiert wie ein schmutziger Bengel vom Rummelplatz mit Psycho-Macke. Zudem stimmen Timing und Ablauf der Story nicht: Alles ist vorhersehbar und wirkt völlig spannungslos; die Typen sind blasse Marionetten, und was eben besonders ärgert, ist die Tatsache, dass der Regisseur Frauen wie dumme, zickige Gänse vorführt. Und völliger Schwachsinn ist auch der unlogische, dafür aber unnötig – blutige Show-Down am Schluss.

“24 Stunden in seiner Gewalt“ von Michael Cimino ist ein völlig missratender Film, während Mickey. Rourke immer unansehnlicher wird (= 1 PÖNi).