21 & Over Kritik

21 & OVER“ von John Lucas + Scott Moore (B+R; USA 2011/2012; K: Terry Stacey; M: Lyle Workman; 93 Minuten; Start D: 25.07.2013); ACHTUNG = diese beiden Debüt-Regisseure hier sind die Drehbuch-Autoren zu den Neulich-Erfolgskrawallen „Hangover 1 + 2“. Sie haben hier sozusagen „HANGOVER JUNIOR“ geschaffen. Rechtschaffen flippig geschmacklos sowie konsequent fies anarcho- gagig. „Drüben“ sind sie arg rückständig. In den USA. Ist bekannt. Und verklemmt. Erst ab 21 Jahren darf der Nachwuchs offiziell, also legal Alkohol sowohl kaufen als auch konsumieren.

Jeff (JUSTIN CHON) ist soeben an dieser Altersstufe angekommen. Möchte eigentlich aber nichts veranstalten, weil am nächsten Tag der wichtigtuerische Daddy-Diktator für seinen Sprössling ein wichtiges Bewerbungsgespräch arrangiert hat. Von wegen „korrekte Zukunft“ und so. Was. Doch ausgerechnet jetzt haben sich zwei kauzige Kumpels aus der Highschool-Ära eingefunden, die mit Jeff einen draufmachen wollen. Geradezu „darauf“ bestehen. Wir kennen DAS, aber bitte nur auf EIN Bier, und ab geht die Party. Um die vielen hochprozentigen Häuser. Mit skurrilen „Tower-Power-Regeln“. Echt abgefahren. Und mit diesem RIESIG- konsequenten Dauer-Hangover-Geruch. Als das erste RICHTIGE Date mit der „schönen ersten“ Eigenverantwortung. In diesem heftigen Sex- & Roll-Roll-Alter.

Natürlich stinkt es hier. Mächtig. Gewaltig. Aber mit atmosphärischem NO-Schmackes. Nach und nach. Wenn es immer „doller“ wird. Wenn „wilder“ Alphatiernachwuchs die Verklemmungsschalen radikal abstreift. Um in einer Nacht endlich mal „erlaubt“ angeberisch voll abhotten zu können. Mit Slapstick-Zoten. Zuhauf. Unter und über allen Gürtellinien. Mit haarsträubendem Humor-Potenzial. Was geht ab, Alter. Lautet das Motto dieses frechen, überkandidelten, politisch definitiv völlig unkorrekten Dauerlaufs. Durch eine Outlaw-Nacht mit einer Menge komischem Fremdschäm-Charme. Wie gleich zu Beginn, wenn zwei Typen frühmorgens splitterfasernackt über den Campus „marschieren“. An ihren Hintern zeigt sich ein Brandmal, am Schwanz baumelt jeweils eine „schützende“ Socke. Wenn Sie auf SO WAS erpicht sind, wenn Sie sich von SO WAS Beklopptem, Verrücktem anturnen lassen wollen = warum eigentlich nicht? Ich habe mich nur eine kurze Zeit „dagegen“ gewehrt, um dann zu beschließen, einen dermaßen deftig-ordinären wie gekonnt fiebrig präsentierten Schlicht-SPASS einfach zu akzeptieren. Dreckig zu mögen. Der „Mr. Hyde“ in mir jedenfalls hat sie, also diese überkandidelte „Ich glaub’ ich steh’ im Wald“-Chose, wunderbar-primitiv genossen. Immer nur artig zu sein, ist doch auch scheiße.

Bekloppt. Oder? (= 3 PÖNIs).