Who’s That Girl

WHO’S THAT GIRL“ von James Foley (USA 1987; 92 Minuten; Start D: 26.09.1987).

Diese Frau ist eine einzige Kopie. Den Gang hat sie von der trippelnden Bette Midler übernommen, die Haare und das darunter erinnern nicht zufällig an Marilyn Monroe (und beleidigen das Original ungemein), und die piepsige Stimme gehört eigentlich zu Daisy Duck. Das Erfreuliche aber dabei ist hier, in dem Film singt sie nicht. Manchmal plärren im Hintergrund und dann zum Abspann überlaut die soßigen Pop-Töne, aber sie will ja in erster Linie jetzt auch den schauspielerischen Erfolg. Nach ihrem beachtlichen Debüt-Auftritt in dem Susan Seidelman-Film „Susan – verzweifelt gesucht“ (mit einer Regisseurin, die sie noch im Griff hatte) will Madonna Louise Ciccone, genannt Madonna, nun unbedingt ins komische Charakterfach. Dabei waren schon bei ihrem zweiten Leinwandausflug in “Shanghai Surprise“ die darstellerischen Mängel überdeutlich festzustellen und die Peinlichkeiten groß, weil außer dem niedlichen Popo und ihrem ständig grinsenden Allerweltsgesicht absolut nichts rüberkam. Jetzt aber überschreitet die erfolgreiche Pop-Erotik-Biene die Schmerzgrenzen in dem Bemühen, nicht nur für fünf Clip-Minuten zu wirken, sondern gleich auch noch abendfüllend. Als andauernd herum-schnatternde, wuselige Struwelpeter-Cinderella und Szene-Püppie treibt sie einem braven Yuppie-Anwalt nicht nur das feine Benehmen, sondern auch die Karriere aus, während sie so nebenbei, mit einem Puma im Schlepptau, den Mörder aufreißt, für dessen Freveltat sie einige Jahre unschuldig im Knast verbracht hat.

„Who‘s That Girl“ ist nichts anderes als die Fortsetzung ihrer Clip-Posen und Possen mit anderen Mitteln, aber leider eben nicht funktionierenden. Madonna entpuppt sich nur als dümmlicher Schreihals, dem man die Anstrengung ansieht, stets und ständig im Mittelpunkt zu stehen, sie ist von penetranten, unappetitlicher Aufdringlichkeit, der man ihre Show nicht abnimmt, während um sie herum das lahme Mittelmaß regiert. Der gute Griffin Dunne, aus Martin Scorsese‘s “Zeit nach Mitternacht“ noch bestens in Erinnerung, muss so plump tun, als wäre er Dudley Moore, während die anderen Stichwort- und Streitgeber von schon unangenehmer Dürftigkeit sind. Die Szenen, die Dialoge, die Einzelteile dieses labbrigen, haltlosen Lustspiels sind vorhersehbar, bergen keine Überraschungen oder Pointen mehr, während die Lady aufgedreht herumturnt, als ginge es um den ersten Preis bei irgendeinem Laienfest bei einer Dorfkirmes.

Viel Krach, viel bunte Bühne, viel triefende, schlampige Mittelmäßigkeit um einen Star, der jedenfalls auf der Leinwand eine einzige Niete ist. “Who‘s That Girl“
: eine nervende Niete (= ½ Pöni).