VICTOR FRANKENSTEIN – GENIE UND WAHNSINN

VICTOR FRANKENSTEIN – GENIE UND WAHNSINN“ von Paul McGuigan (USA 2013/2014; B: Max Landis; K:Fabian Wagner; M: Craig Armstrong; 110 Minuten; Start D: 12.05.2016); die beste Adaption des berühmten Schauer-Romans von Mary Wollstonecraft Shelley aus dem Jahr 1818?: Die schwarz-weiße 1931er Adaption von James Whale, mit Boris Karloff. Gefolgt von der Mel Brooks-Parodie „Frankenstein Junior“ von 1974 (mit Gene Wilder/Peter Boyle als „Das Monster“ + Marty Feldman als Igor). In Erinnerung bleibt aber auch „Mary Shelley’s Frankenstein“ von Kenneth Branagh aus dem Jahr 1994 (mit dem Regisseur als Victor Frankenstein und Robert De Niro als „Die Kreatur“). Die neueste Verfilmung ist Schrott. Gehört auf den Müllhaufen der Frankenstein-Filmgeschichte.

Weil: Die beiden Hauptakteure sind völlig fehlbesetzt. JAMES McAVOY, geboren am 21. April 1979 im schottischen Glasgow, wirkt als Medizin-Mann Victor Frankenstein geradezu lächerlich-wehtuend. Wenn man nicht wüsste, dass er auch „anders“ kann (siehe in „Abbitte“; siehe als Leibarzt in „Der letzte König von Schottland“), dann würde man allgemein vorn enormem „Nicht-Talent“ sprechen. „Harry Potter“ DANIEL RADCLIFFE, inzwischen 26, macht hier als eigentlicher Held Igor auch eine erbärmliche Figur. Wirkt gestresst. Kaspert herum. Der verfolgende britische Inspektor Turpin wird von ANDREW SCOTT lausig uninspiriert dargeboten; ihn kennen wir um viele Darstellen-Längen besser in der faszinierenden Figur des Erzbösewichts Professor Jim Moriarty innerhalb der großartigen TV-Serie „Sherlock“. Für diese Serie inszenierte übrigens Regisseur PAUL McGUIGAN zwischen 2010 und 2012 vier Folgen. Hier vermag er von seinem Talent, eine klassische Erzählung spannend zu entwickeln, nichts zu zeigen.

Weil: Die erst als futuristische Variante geplante und dann doch wieder im viktorianischen Britannien angesiedelte Geschichte, die aus der Erzähl-Perspektive von „Igor“ Daniel Radcliffe ausgebreitet wird, nur lahmt. In der unoriginellen Vorhersehbarkeit; in der mehr aufdringlichen, mehr wirren denn packenden Story-Entwicklung um die bekannten Frankenstein-Motive; in einem zusätzlichen läppischen Liebestaumel zwischen Igor und einer Trapezkünstlerin (JESSICA BROWN FINDLAY). Dazwischen eine viel auf den Denk- und Augen-Keks gehende laute Effekthascherei, zahlreiche aufdringliche Trick-Mätzchen, fiebrige Nonsens-Elektrizität. Die Ausstattung ist pompös, aber vergeblich: Diese neue „Frankenstein“-Nummer besitzt weder Substanz noch irgendwelche pointiert-interessanten Figuren- bzw. Themen-Ansätze.

Fazit: Jämmerliches Genre-Kino (= 1 PÖNI; für Kostüme + Kulissen).

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